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Sauna: Schweißtreibend

Personen in einer SaunaÜblicherweise hat die Sauna in der kalten Jahreszeit ihre Hochsaison. Damit das Schwitzen aber nicht die Gesundheit gefährdet, sollten einige Tipps beachtet werden.

Egal, ob Sauna oder Dampfbad: „Aus Gründen der Hygiene ist vor dem Schwitzen eine gründliche Reinigung das Wichtigste, um andere Personen nicht zu gefährden“, betont Experte Dr. Josef Tomasits, Oberarzt am Linzer Allgemeinen Krankenhaus.

Kreislaufsicher in die Sauna

Durch die intensive Erhöhung der Temperatur dringt Wärme auch in tiefere Körperschichten, vor allem in die Muskulatur. „Deshalb ist ein Saunagang besonders bei Verspannungen ideal, weil die Wärme eine leichtere Auflösung der Verkrampfungen ermöglicht“, erklärt Tomasits. Allerdings ist zu beachten, dass der Kreislauf mitunter beträchtlich beansprucht wird. Eine Sauna sollten nur Menschen mit einem gesunden Kreislauf benutzen. „Ältere oder Kreislaufkranke sollen sich vorher bei einem Kardiologen abklären lassen, ob ein Saunagang für sie ungefährlich ist“, so der Mediziner.

Viel trinken - aber was?

Eine halbe Stunde vor Benutzung des Heißluftbades sollte man ein viertel bis einen halben Liter Flüssigkeit trinken – natürlich keinen Alkohol. Damit wird die durch den Schweißverlust zu erwartende bedingte Flüssigkeitsverminderung ausgeglichen und der Kreislauf stablisiert. „Reines Wasser ist eher ungeeignet“, erläutert Tomasits. „Eine sehr gute, den Kreislauf stabilisierende Wirkung, hat etwa ein gespritzter Apfelsaft. Das Verhältnis sollte ein Drittel Saft, zwei Drittel Wasser sein.“ Elektrolytarme Flüssigkeiten wie reines Wasser verstärken den Flüssigkeitsverlust, erkennbar daran, dass man einen verstärkten Harndrang verspürt.

Aufgüsse

„Nicht übertreiben sollte man bei den Aufgüssen“, warnt Tomasits. „Mehr als drei Aufgüsse entziehen dem Körper durch die enorm schweißtreibende Wirkung sehr viel Kochsalz.“ Daher muss am Saunaende nicht nur die Flüssigkeit wieder ersetzt werden, sondern auch des mit dem Schweiß verloren gegangene Kochsalz. Die Kochsalzzufuhr kann entweder durch stärker gesalzene Speisen erfolgen oder man „würzt“ sein Getränk mit einer Messerspitze Salz. „Geht dem Körper zuviel Kochsalz verloren, dann kann am nächsten Tag extreme Müdigkeit entstehen“, so der Experte. Diese Empfehlung richtet sich allerdings nicht an Menschen, die an Bluthochdruck leiden. Denn sie sollten grundsätzlich nur wenig Kochsalz zuführen, indem sie die Speisen nur wenig oder gar nicht nachsalzen, da Kochsalz den Blutdruck erhöht.

Kaltes Abschrecken

Tomasits warnt vor übermäßigen Abschreckversuchen im eiskalten Tauchbecken, da der dabei entstehende Stress bei ältern, herzkreislaufkranken Menschen nicht ungefährlich ist: „Das zählt nicht unbedingt zum gesunden Saunagang.“

Dampfbad heilt keine Verkühlung

In einem Dampfbad ist die Luftfeuchtigkeit hoch gesättigt. Die Wärmezufuhr erfolgt nicht nur von außen, sondern auch über die Schleimhäute der Atemwege. „Das ist zwar grundsätzlich eine sehr gesunde Maßnahme, allerdings kann sie auch gefährlich werden“, warnt Tomasits. „Hat einer der Gäste Schnupfen, steckt er alle an. Das Dampfbad ist nicht geeignet eine Verkühlung auszukurieren!“
 
Cornelia Schobesberger
Februar 2008

Foto: Bilderbox

Nachlese

Dr. Josef Tomasits ist Erstautor des Buches „Leistungsphysiologie“. Darin finden Sie weiterführende Informationen und auch Tipps über richtige Ernährung.

Leistungsphysiologie - Buchcover 

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020