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Tierische Zusatzstoffe in vegetarischen Produkten

  

  Tierische_Zusatzstoffe_in_vegetarischen_Produkten_G_E_106087.jpgChips mit Kälberlab, Punschglasur mit echtem Karmin, Brotaufstrich mit Gelatine: Oft können tierische Substanzen auch dann in Lebensmitteln enthalten sein, wenn Konsumenten nicht damit rechnen. Das zeigt eine Erhebung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI).

 

Rund zehn Prozent der Bevölkerung ernähren sich einer IFES-Studie zufolge vegetarisch oder vegan, berichtet der VKI. Wer sich dafür entscheidet, muss sich oft, wenn er vor dem Kaufregal steht, fragen: „Welche der auf den ersten Blick geeigneten Lebensmittel sind wirklich vegetarisch oder vegan? Dass eine gewisse Skepsis durchaus angebracht ist, zeigt eine exemplarische Erhebung des VKI zu 16 unterschiedlichen Produktkategorien.

 

Tierische Substanzen

 

Oft können tierische Substanzen laut VKI auch dann in Lebensmitteln enthalten sein, wenn Konsumenten nicht damit rechnen: So etwa Kälberlab, Schweinegelatine, echtes Karmin (E 120) oder Schellack (E 904) in Produkten wie Brotaufstrichen, Gemüsefonds, Punschglasur, Keksen oder Chips.

 

Fehlende Deklarationspflicht

 

„Ein Blick auf die Zutatenliste ist zwar prinzipiell ratsam, hilft aber nicht immer weiter“, erklärt VKI-Projektleiterin Katrin Mittl. Denn diese zu entschlüsseln, sei nicht immer einfach. Nicht jeder könne automatisch wissen, dass sich unter dem Zusatzstoff E 120 „Echtes Karmin“ ein aus der Schildlaus gewonnener Farbstoff verberge oder hinter E 904 „Schellack“, der aus der Lackschildlaus stammt und als Bestandteil des Überzugsmittels von dunkler Schokolade, Schoko- oder Kaugummidragees dient. „Tierische Hilfsstoffe, die bei der Herstellung von Lebensmitteln zum Einsatz kommen – so wie etwa Gelatine häufig in der Saftproduktion zur Klärung der Säfte – müssen außerdem gar nicht deklariert werden. Diese Hilfsstoffe werden zwar im Herstellungsprozess wieder entfernt, können aber sehr wohl in Spuren noch im fertigen Produkt enthalten sein“, so Mittl.

 

Kennzeichnung

 

Auch die direkte Anfrage beim Hersteller zum Produktionsprozess ist laut VKI für Konsumenten nicht alltagstauglich. Deshalb wäre eine verpflichtende Kennzeichnung aller Inhalts- und Hilfsstoffe tierischen Ursprungs ebenso wünschenswert wie eine noch ausstehende gesetzliche Definition der Begriffe „vegetarisch“ und „vegan“, so der VKI.

 

Der ausführliche Bericht zu tierischen Zusätzen in vegetarischen Lebensmitteln steht kostenpflichtig unter www.konsument.at zur Verfügung und ist im Februar-Konsument zu finden.

 

Cornelia Schobesberger

Februar 2014


Foto: BilderBox

Zuletzt aktualisiert am 27. Juli 2015