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Baby-Brei: Konsumentenschützer raten zur Vorsicht

Baby isst Brei mit PlastiklöffelIn Kooperation mit dem deutschen Verbrauchermagazin ÖKO-TEST bietet der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer OÖ (AK) eine Test von Baby-Brei an. Getestet wurden zwölf Milch-Getreide-Breie zum Anrühren für Babys ab dem fünften Monat. Das Ergebnis ist nicht appetitlich: Zu viel Zucker, Fettschadstoffe und Reste von Reinigungsmitteln. Kein Produkt schneidet besser als „ausreichend“ ab.

Frühe Prägung auf Geschmackspräferenz „süß“

Laut österreichischem Ernährungsbericht sind 24 Prozent der heimischen Schulkinder beriet im Alter zwischen sieben und 14 Jahren übergewichtig. Der Grundstein dafür wird meist schon im Kleinkindalter gelegt. Eine ideale Beikost für Babys ab dem sechsten Lebensmonat sind sogenannte Getreide-Milchbreie. Die Auswahl an Fertig-Produkten im österreichischen Handel ist groß und glaubt man der Werbung, so bieten sie noch jede Menge Zusatznutzen. Die Konsumentenschützer mahnen jedoch zur Vorsicht: Viele Produkte enthalten zu viel Zucker. Das stört die Geschmacksbildung und fördert Karies sowie Übergewicht, so die AK.

WHO: Empfehlung für Zuckerkonsum drastisch korrigiert

Höchstens fünf Prozent des täglichen Energiebedarfs sollten aus Zucker stammen. Ein gesunder Erwachsener mit durchschnittlicher Bürotätigkeit sollte demnach nicht mehr als 25 Gramm Zucker pro Tag aufnehmen. Doch manche Milchbreie für sechs Monate alte Babys haben einen Zuckergehalt von 20 Gramm je angegebener Portion – eindeutig zu viel um Babys an eine gesunde Erwachsenenkost heranzuführen, so die Konsumentenschützer.

Ampelkennzeichnung für klare Verhältnisse

Durch die Werbung der Babyfertigbreie wird den Müttern zudem suggeriert, dass die Fertignahrung dem selbstgemachten Brei überlegen ist. Eine Ampelkennzeichnung, adaptiert an die Bedürfnisse von Babys und Kleinkindern, könnte hier klare Verhältnisse schaffen, stellt die AK fest.

Wer derzeit wissen will, ob dem Fertigbrei Zucker zugesetzt wurde, sollte einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Denn die Aufschrift „ohne Zuckerzusatz“ bezieht sich oftmals nur auf Haushalts- oder Kristallzucker – oft auch als Saccharose angeführt. Es gibt zudem noch eine Reihe weiterer Zuckerarten, die Lebensmitteln zugesetzt werden können. Sie sind in den Zutatenlisten zu erkennen als Fruchtzucker, Fruktose, Fruktosesirup, Fructooligosaccharide, Oligosaccharide, Glukose, Glukosesirup, Traubenzucker, Dextrose, Maltose bzw. Malzzucker oder als Laktose bzw. Milchzucker.

Tipp der Konsumentenschützer

Milch-Getreide-Brei selbst zubereiten. Dann wissen Sie auch, was Ihr Baby bekommt.

In Kooperation mit dem deutschen Verbrauchermagazin ÖKO-TEST bietet der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer OÖ ab sofort jeden Monat einen aktuellen Test zum Download an.

Den aktuellen Test können Sie auf der Seite der AK laden.


Mag. Christian Boukal

April 2014


Foto: shutterstock

Zuletzt aktualisiert am 04. Januar 2019