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Oberösterreichische Ernährungsumfrage

Drei Hühner sitzen auf einer StangeDie oberösterreichische Landesregierung – in Person von Landesrat für Umwelt- und Konsumentenschutz Rudi Anschober – hat den ersten Teil einer repräsentative Umfrage zu Ernährungsfragen präsentiert. Befragt wurden 700 Landsleute ab 16 Jahren zu Themen wie Bewegungsverhalten und Gesundheitszustand, erwünschte Charakteristika von Lebensmitteln und Konsumverhalten und Ernährungsgewohnheiten. Der zweite und dritte Teil der Umfrage wird Ende des Frühjahrs veröffentlicht – sie werden sich mit „Lebensmittelkennzeichnung“ und „Kochen“ beschäftigen. 

Qualität am wichtigsten

Im ersten Teil dieser Ernährungsumfrage, der am 8. April präsentiert wurde, zeigen sich die Oberösterreicher in der repräsentativen Umfrage des SORA-Instituts als sehr engagierte und kritische Konsumenten, so Anschober.

Am wichtigsten beim Einkauf ist den Oberösterreichern die Qualität der Lebensmittel, dann folgen Regionalität, fairer Handel und Bio-Qualität. Erst danach folgt der günstige Preis.

Diese Verhalten spiegeln sich auch in der Wahl der Lebensmittelhändler wider: Vorrangig wird in Supermärkten eingekauft, gefolgt von Diskontern. Mehr als ein Drittel der Befragten kauft direkt beim Bauern oder Direktvermarkter ein, ein Fünftel auf dem Wochenmarkt und nur 15 Prozent im Bioladen. Interessant ist bei dieser Frage ein Stadt/Land-Gefälle: Etwa gleich viele Befragten gaben Supermärkte als ihren bevorzugten Versorger an, bei Diskontern kaufen überwiegend die Linzer und Bewohner anderer Städte ein. Beim Bauern oder Direktvermarkter beziehen – wenig verwunderlich – überwiegend die Bewohner ländlicher Gemeinden ihre Lebensmittel. Am Wochenmarkt einzukaufen, gaben für alle Orte – Linz, andere Städte, Landgemeinden – 21 Prozent der Befragten an. 

Massentierhaltung nicht attraktiv

Das gesundheits- und umweltbewusste Engagement zeigt sich auch daran, dass die Oberösterreicher mehrheitlich Fleisch aus industrieller Massentierhaltung vermeiden wollen und bereit sind, für Fleisch, das nicht aus industrieller Massentierhaltung kommt, auch etwas mehr zu bezahlen. 

Gute Vorsätze

Als wichtigste Änderungen am Weg zu einer gesunden Ernährung sehen die Landsleute, mehr Gemüse und Obst und weniger Fleisch zu essen. Darin ortet Anschober ein hohes Bewusstsein und auch eine Ermutigung für den Handel, das Angebot noch stärker in Richtung Qualität sowie Umwelt- und Sozialstandards weiterzuentwickeln. „Diesen Wünschen der oberösterreichischen Konsumentinnen und Konsumenten muss beim Angebot noch stärker Rechnung getragen werden“, so Anschober. 

Aktionspreise

Die letzten Jahrzehnte haben vielfach eine Entfremdung von Lebensmitteln gebracht. Nun beginnt langsam die Trendumkehr.

Vielen Menschen fehlt es in der heutigen Zeit – gerade im urbanen Raum – an einem direkten Zugang zu ihren Lebensmitteln; und damit häufig an dem Bewusstsein, wo Produkte herkommen. Die schnelllebige Zeit zwischen Berufswelt, Familie, Haushalt macht es oft schwierig, sich Zeit zu nehmen für Essen, Kochen und Genuss. Der Handel bietet Lebensmittel oft so günstig an, dass die Wertigkeit von Fleisch zum Beispiel, bedenkt man den Aktionspreis für ein Kilo gemischtes Faschiertes von 3,44 Euro, nicht mehr gesehen wird, so Anschober. 

Besser Essen – Initiativen des Oö. Umweltressorts

Im Schwerpunkt „Besser essen“ des Umweltressorts bündelt Landesrat Rudi Anschober eine Reihe von Initiativen für die notwendige Ernährungswende:

  • Umfassende Kontrollen, Informations- und Aufklärungsarbeit zur Herkunft von Lebensmitteln, zu ihren Bestandteilen, zu ihrer Qualität – vereint mit Tipps, die den Konsumenten Alternativen aufzeigen.
  • Die erfolgreiche Kochshow „Kochtopf statt Mistkübel“ zeigt, wie Gemüse aus guter B-Ware verkocht werden kann – und rettet damit Lebensmittel vor dem Müll.
  • Weitere Aktionen gegen Lebensmittelverschwendung werden mit diversen Partnern durchgeführt, z.B. durch die Plattform gegen Multipacks („Kauf 3, zahl 2“) mit dem Handel oder durch kleine, aber exakte Planungsarbeiten und Kalkulationen in Großküchen, die so eine Menge an Lebensmittelmüll vermeiden können.
  • Jeder Einzelne kann mittels öffentlicher Tausch-Kühlschränke „Fairteiler“ z.B. an der Pädagogischen Hochschule OÖ gute, aber gerade nicht gebrauchte Lebensmittel zur Verwendung anbieten, gegen andere Produkte tauschen.
  • Die Initiative FleischFreiTag des oö. Umweltressorts motiviert, an einem Tag pro Woche auf Fleisch zu verzichten und stattdessen ein ebenso köstliches vegetarisches Gericht zu versuchen.
  • Auch das Selbstziehen von Gemüse und Obst wird unterstützt. „Urban Gardening“ bringt durch Gemeinschaftsgärten (auch in der Stadt), mit einer essbaren Bepflanzung von öffentlichen Flächen, mit der Förderung von Schulgärten wieder mehr Natur und deren Abläufe in unsere Lebensgewohnheiten.

Mag. Christian Boukal

April 2014

 

Foto: shutterstock

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020