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Schlankheitsmittel: Schlechte Noten

Frau mit zu weiter Jeanshose und Maßband in der HandWenn die Sommerfigur noch nicht hält, was sie versprechen sollte, dann greifen die Österreicher gerne zu Schlankheitsmittel. Doch Wunder gibt es keine. Bei einem Test des Verbraucherschutzmagazins „Konsument“ wurde kein einziges Produkt positiv bewertet – die Beurteilungen reichten von „eingeschränkt empfehlenswert“ bis „wenig geeignet“.

 

Getestet wurden Quellmittel, Fettblocker, Kohlenhydratblocker, Formula-Diäten und pflanzliche Mittel – insgesamt wurden 24 Produkte unter die Lupe genommen. „Schlankheitsmittel können beim Abnehmen allenfalls unterstützend wirken. Keines der 24 Produkte ist für sich allein zur dauerhaften Gewichtsabnahme geeignet“, meinten die Tester. Für keines der Präparate sei belegt, dass Übergewichtige damit deutlich abnehmen und dieses Gewicht dann halten können. Und das bei nicht unerheblichen Kosten: Die Kosten einer Tagesdosis reichten von 36 Cent bis zu fünf Euro.

 

Großes Angebot

 

Das Angebot in Apotheken und Drogerien ist groß. Relativ neu am Markt ist neben den seit Jahren beliebten Fettblockern die Kohlenhydratblocker. Angelehnt an die Low Carb-Diäten sollen die aufgenommenen Kohlenhydrate vom Körper nicht aufgenommen werden. Alle derartigen Präparate enthalten laut „Konsument“ einen Ballaststoffkomplex aus Bohnen. Dieser soll ein Verdauungsenzym ausschalten, das für die Spaltung von Kohlenhydraten wie Nudeln oder Brot erforderlich ist, und somit verhindern, dass der Körper Kohlenhydrate aufnimmt.

 

Aufnahme mancher Medikament kann gehemmt werden

 

Doch was passiert? Unverdaute Stärke wird später von Darmbakterien abgebaut, und es kann zu Blähungen und Durchfall kommen. Ein weiterer Nachteil: Werden Hauptnährstoffe wie eben Stärke vom Körper nicht richtig aufgenommen, kann das auch die Versorgung mit Mikronährstoffen, etwa Vitaminen, negativ beeinflussen. Und: Bei diesen Präparaten kann – ähnlich wie bei Fettblockern – die Aufnahme mancher Medikamente behindert werden.

 

Ein wenig besser schneiden sogenannte Formula-Diäten ab. Dabei werden Mahlzeiten durch Shakes und Suppen ersetzt, die mittels Pulver angerührt werden. „Bei starkem Übergewicht können ärztlich empfohlene Trinkdiäten als Starthilfe für eine langfristige Gewichtsreduzierung sinnvoll sein. Begleitend sollte immer ein Programm zur Änderung falscher Essgewohnheiten absolviert werden“, bilanzierte „Konsument“. Fazit: Ohne Ernährungsumstellung werden Abnehmwillige nicht den gewünschten Erfolg erzielen.

 

Mag. Christian Boukal

April 2014

 

Foto: APA

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020