DRUCKEN

Speiseöle: Teuer und trotzdem schlecht

ÖlflaschenÖle mit hoher Qualität stehen bei Feinschmeckern und gesundheitsbewussten Konsumenten hoch im Kurs. Aber erfüllen die meist eher hochpreisigen Produkte auch die Erwartungen? Öko-Test hat 20 Öle auf Schadstoffe, Qualität und Geschmack getestet. Das Ergebnis: Insgesamt die Hälfte der Produkte fällt mit einem „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch, berichten die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer OÖ.


Getestet wurden 20 hochwertige, kaltgepresste Öle von Markenherstellern der Sorten Argan, Kürbiskern, Leinsaat, Walnuss und Traubenkern – davon zwölf Bio-Produkte. Inhaltsstoffe, Geschmack und Mängel bestimmten das Gesamtergebnis.

Das Gesamturteil setzt sich zu 60 Prozent aus dem Testergebnis der Inhaltsstoffe zusammen. Im Fokus der Untersuchung standen Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), aber auch neuere Parameter wie Mineralöl. Es wurden Pestizidanalysen durchgeführt und anhand der Leitsätze für Speisefette und Speiseöle geprüft, ob es sich um kaltgepresste und authentische Öle handelt. Beim Kürbiskernöl wurde zudem die Herkunft der Kerne untersucht.

40 Prozent werden durch das Sonsorikergebnis bestimmt. Der Geschmack der Öle wurde von fünf ausgebildeten und erfahrenen Testern bewertet.

Weiters wurde überprüft, inwieweit die Laboranalysen mit den Angaben auf dem Etikett übereinstimmen. Mängel führten zu Abzügen.

Ergebnis: Sieben „ungenügend“, ein „sehr gut“

  • Weichmacher, PAK und Mineralöl führten bei fast allen Produkten zu Abzügen.
  • Insgesamt fällt knapp die Hälfte der getesteten Öle mit einem „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch.
  • Nur vier Produkte enthalten kein Mineralöl; dafür sind einige Produkte sogar erheblich belastet.
  • Bio-Öle schneiden schlecht ab – nur vier Produkte erreichten eine bessere Note als „ausreichend“.
  • Nur ein Produkt wurde mit „sehr gut“ bewertet – Testsieger ist ein Bio-Leinöl.
  • Bei den Lein- und Kürbiskernölen schneiden weitere fünf Produkte „gut“ ab.

TIPP der Konsumentenschützer

Kaltgepresste Öle sollten nicht erhitzt werden. Optimal ist die Verwendung in Salatdressings und kalten Speisen. Bei warmen Gerichten können sie nach dem Garprozess zum Würzen zugesetzt werden.

Naturbelassene Öle sollten dunkel gelagert, angebrochene Flaschen innerhalb weniger Wochen aufgebraucht werden.

Hochwertige Speiseöle liegen im Trend 

In jüngster Zeit werden Spezialöle in der heimischen Küche immer beliebter. Als besonders nussig im Geschmack präsentieren sich Walnussöle. Traubenkernöle haben einen fruchtigen und leicht säuerlichen Akzent. Leinöl ist eher bitter, wird aber aufgrund der gesundheitsfördernden Eigenschaften vermehrt nachgefragt. Kürbiskernöl gilt als regionale Spezialität und wird in Österreich vor allem in der Steiermark und Niederösterreich gepresst. Eines der teuersten Produkte ist Arganöl, das aus den Samen eines Baumes im Südwesten Marokkos gewonnen wird und einen sehr speziellen nussig-würzigen Geschmack hat.

Der gesamte Test steht derzeit zum Download auf der Webseite der AK zur Verfügung.


Mag. Christian Boukal

Mai 2014


Foto: shutterstock

Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020