DRUCKEN

Durst lässt im Alter nach

Ältere Frau trinkt aus der WasserflascheIm Alter ändert sich das Durstempfinden. Das wird dann besonders kritisch; wenn einfachauf das Trinken vergessen wird. Manchmal haben alte Menschen auch Angst vor dem (nächtlichen) Harndrang oder ungewolltem Wasserlassen. Dann wird das Trinken bewusst unterdrückt. 

Bei zu geringer Flüssigkeitsaufnahme droht eine Dehydrierung (Austrocknung) des Körpers mit Entgleisung des Elektrolythaushaltes. Neben Mundtrockenheit (Xerostomie) und Verstopfung (Obstipation), drohen Kreislauf- und Nierenprobleme, Verwirrtheit bis hin zu Bewusstlosigkeit oder sogar lebensbedrohlichen Zuständen. 

Rasch lebensbedrohlich ausgetrocknet 

Flüssigkeitsmangel kann bei älteren Menschen oft unbemerkt und rasch bedrohliche Ausmaße annehmen. Sind bereits fortgeschrittene Anzeichen einer Dehydrierung wie z.B. Verwirrung und Kreislaufschwäche erkennbar, sollte unbedingt ärztliche Hilfe gesucht werden. Kann das Flüssigkeitsdefizit nicht durch Trinken ausgeglichen werden, können Infusionen beziehungsweise ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein.Im Alter kann der Flüssigkeitsverlust z.B. durch verminderte Harnkonzentration der Nieren, vermehrtes Schwitzen, Durchfall, Erbrechen oder Medikamenteneinnahme wie etwa Diuretika (harntreibende Medikamente) und Laxantien (Abführmittel) erhöht sein. 

Mindestens 1,5 Liter 

Als Mindestmenge für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gelten für Senioren 1,5 Liter täglich. Sie können über Getränke wie (Mineral-)Wasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees sowie verdünnte Gemüse- und Fruchtsäfte eingenommen werden. Auch Speisen mit einem hohen Anteil an Wasser wie zum Beispiel Suppen, Gemüse und Obst tragen zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs bei. Durch solche Mahlzeiten lässt sich die aufgenommene Flüssigkeitsmenge stark erhöhen. Aber gerade bei älteren Menschen, die sehr wenig essen, ist die Getränkemenge unbedingt anzupassen. 



Tabellen Bezeichnung

Wasserverlust in Prozent des Körpergewichts


erkennbare Anzeichen
ab 0,5 Durst
bis 3 Durst, Gewichtsabnahme, verminderte Harnproduktion und Speichelsekretion, Mundtrockenheit
ab 5 verminderte Spannung der Haut, geschwollene Zunge, Schluckbeschwerden, beschleunigter Herzschlag, erhöhte Körpertemperatur, verdicktes Blut
ab 10

starke Einschränkung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, Verwirrung, Muskelkrämpfe, Kreislaufkollaps. 

Ohne Flüssigkeitsersatz droht Lebensgefahr


Tabelle nach Küpper, C. (2003): Ernährung älterer Menschen, zitiert in der Broschüre DGE-Praxiswissen (2012): Trinken im Alter 

Trinken zur Gewohnheit machen 

Ein Trinkplan oder -protokoll kann dabei helfen, den Überblick zu bewahren: Dabei werden die getrunkenen Mengen notiert, z.B. zum Frühstück ¼ Liter verdünnter Orangensaft und 200 ml Kaffee, vormittags ½ Liter Kräutertee, mittags ¼ Liter Wasser etc. Auf einen Blick wird deutlich, wie viel über den Tag getrunken wird. 

Tipps für ausreichende Flüssigkeitszufuhr 

  • Auf das Trinken nicht vergessen:
    Ein gewisser Rhythmus, wie z.B. nach dem Aufstehen ein Glas Wasser oder der Fünf-Uhr-Tee, kann zur Gewohnheit werden und das Trinkverhalten verbessern.
  • Trinken soll jederzeit möglich sein:
    Verteilen Sie Trinkflaschen an häufig frequentierten Orten wie z.B. Küchen-, Ess- und Wohnzimmertisch.
  • Trinkpensum morgens bereitstellen:
    Die zu trinkende Mindestmenge von 1,5 Litern gleich morgens bereitstellen, man hat dadurch einen besseren Überblick, wie viel noch zu trinken ist.
  • Den „Tank“ nachfüllen:
    Ausgetrunkene Gläser, Flaschen etc. gleich wieder auffüllen, damit keine ungewollten Trinkengpässe entstehen.
  • Erleichternde Trinkhilfen:
    Bei motorischen Problemen mit dem Trinken unterstützen Trinkhilfen wie z.B. Strohhalm, Trinkbecher, Schnabeltasse oder andere spezielle Trinkbehältnisse (zwei Griffe, Aussparung für Nase etc.).

Alkohol

Auch im Alter gilt: Alkohol nur in Maßen. Alkoholische Getränke vertragen sich nicht gut mit Medikamenten und der Alkoholkonsum kann zu unerwünschten Wechselwirkungen führen. Der Genuss von Alkohol sollte zur Sicherheit mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. 


Mag. Christian Boukal / bmg

August 2014


Foto: shutterstock

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020