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Schokomilch mit Oreo-Keks

Kindermilchprodukte im Test

Aufwendig gestaltete Verpackungen, beigelegtes Spielzeug und Comicfiguren machen Lebensmittel für eine junge Zielgruppe attraktiv. Gesund sind die so beworbenen Produkte oft nicht, dafür aber teuer. Kindermilchprodukte sind eher eine Süßigkeit, weniger ein gesunder Snack. Das ergab ein aktueller Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI).

Im Test des VKI wurden 27 Milchprodukte speziell für Kinder untersucht, darunter Joghurts, Milchdrinks, Frischkäse und Desserts. Das Ergebnis: Meist nicht gesund, oft aber teuer. Die Mehrheit der getesteten Produkte enthielt vergleichsweise viel Zucker und oft auch einen hohen Fettanteil. Zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe suggerieren dagegen, dass es sich um besonders gesunde Produkte handle. Die Testergebnisse im Detail gibt es ab sofort in der Februarausgabe der VKI-Zeitschrift „konsument“.

Zuckergrenze bereits mit einer Portion überschritten

Als Faustregel für eine gesunde Ernährung gilt: Von den täglich aufgenommenen Kalorien sollten maximal 10 Prozent aus Süßem stammen. Diese Obergrenze ist bei vielen Kindermilchprodukten bereits mit einer Portion überschritten, wenn man dabei von einem durchschnittlichen Tagesbedarf von 1.425 kcal pro Kind ausgeht. Egal ob Joghurt, Milchdrink oder Dessert: Der Gesamtzuckergehalt der untersuchten Produkte betrug im aktuellen Test mindestens 10 Prozent – in vielen Fällen aber auch deutlich mehr. 

Gesunde Lebensmittel – ungesund aufgepeppt

Milchprodukte gelten allgemein als gesund, was Hersteller auch in ihrer Werbung gerne betonen. Gerade Lebensmittel für Kinder werden dabei oft mit zusätzlichen Mineralstoffen und Vitaminen angereichert, so der VKI. Den Eltern wird damit suggeriert, dass es sich um besonders wertvolle und gesunde Produkte handle. Solche speziell angereicherten Lebensmittel werden zur Ernährung von Kindern aus gesundheitlicher Sicht jedoch nicht benötigt. Grundsätzlich kann und sollte der Bedarf über eine ausgewogene und abwechslungsreiche Mischkost abgedeckt werden.

Produkte vergleichen

Dennoch gibt es auch im Bereich der Kindermilchprodukte Unterschiede, vor allem beim Fettgehalt. So enthält etwa das Milchdessert eines bekannten Herstellers 13 Prozent Fett, ein ähnliches Produkt eines Diskonters dagegen nur rund 8 Prozent. Eltern, die gelegentlich Kinderlebensmittel kaufen, sollten daher auch auf die Kennzeichnung achten. Fett-, Zucker- und Kaloriengehalt können auch bei Produkten derselben Kategorie zum Teil stark variieren.

Den ausführlichen Bericht gibt es neben der Printausgabe auch – kostenpflichtig – online unter www.konsument.at. Weitere Informationen zum Thema Kinderlebensmittel bietet auch eine mehrteilige Serie in der folgenden Ausgabe des Verbrauchermagazins.

 

Mag. Christian Boukal

Februar 2015


Foto: shutterstock

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020