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Zwei Frauen und ein Mann machen Wyda im Freien

Turnen wie die Kelten

Wyda stärkt und harmonisiert Körper, Geist und Seele. Ahhhhh, ohhhhh, mhhhhh. Wyda kann ganz schön laut werden. Dass bei der Gesundheitsgymnastik der Druiden zusätzlich zu den Körperübungen auch Laute ausgestoßen und gesummt werden, ist vielleicht der größte Unterschied zu traditionellem Yoga. „Die Wurzeln sind ähnlich. Wyda entspricht aber eher unserem Naturell, weil es in unseren Breiten entwickelt wurde“, sagt Martin Spinka, Arzt und Spezialist für Traditionelle Europäische Medizin (TEM). So sei es für uns etwa selbstverständlicher, bei Wyda vertraute Tierfiguren wie den Bären nachzuahmen als beim Yoga den Tiger. „Wyda ist eine spezielle Gymnastik für unseren Kontinent“, stimmt Wyda-Trainerin Ruth Asenbaum von den Marienschwestern in Bad Mühllacken zu.

Energiefelder steuern das Gleichgewicht

Hinter dem Kelten-Yoga steckt ausgeklügelte Theorie. "Wir sprechen von drei Energiefeldern. Das Vitalfeld im Bauchnabelbereich steuert Organfunktionen und den Blutkreislauf. Das Emotionalfeld im Herzbereich ist für den Gemütszustand, Gefühle und Intuition zuständig", sagt die 42-Jährige. Gehirnfunktion, Sinne und Denkvorgänge würden über das Mentalfeld gesteuert, das seinen Sitz zwischen den Augen hat. "Diese Energiefelder lenken den Ablauf der Lebensfunktion. Haben sie eine optimale Größe und Lage, dann fühlen wir uns gesund", sagt die Physiotherapeutin. Doch oft seien die Energiefelder verschoben oder blockiert, was körperliche Probleme oder ein seelisches Ungleichgewicht zur Folge habe. Das ließe sich mit Wyda korrigieren.

Rund 20 Übungen, die unsere Vorfahren entwickelt und ursprünglich mündlich überliefert haben, wurden für die Marienschwestern von einem Arzt und einem Physiotherapeuten rekonstruiert und an das heutige Wissen über den Körper angepasst. Praktiziert werden diese seit vier Jahren mit den Gästen bei den Marienschwestern in Bad Kreuzen und seit einem Jahr in Bad Mühllacken. Asenbaum unterscheidet Wahrnehmungs- und Kräftigungsübungen. Ein typisches Element ist die sogenannte Druidenfaust: Mit den Händen lockere Fäuste machen und diese so zusammenführen, dass sich mindestens ein Knöchelpaar berührt. Die Daumen liegen aufeinander (siehe großes Bild).

Übungen in der Natur

"So schließt sich der Kreislauf, dessen Kraftzentrum das Herz ist", sagt die Trainerin. Sie empfiehlt, in der jeweiligen Übung neun Atemzüge lang zu verweilen. Besonders gut wirkt Wyda in der Natur. Anweisungen wie "neben einem Baum, neben einem fließenden Gewässer, auf der Wiese" zeigen auf, wo die Übung am besten gemacht wird. Unsere Vorfahren legten auch bestimmte Muster aus Naturmaterialien auf den Boden. "Unser Kurpark in Bad Mühllacken ist ein Kraftplatz mit langer Heiltradition", sagt die Feldkirchnerin. Wenn das Umfeld stimme, trete schneller Entspannung ein und der Geist beruhige sich leichter. Auch das Pesenbachtal mit seinen 23 Kraftplätzen sei besonders geeignet für Wyda. Auf Schildern finden Wanderer dort Anweisungen für die Kelten-Yoga-Übungen. Die Bärenübung etwa führt vom Fersensitz in den Vierfüßlerstand und auf die Knie und soll besonders nervenstärkend wirken. Bei der Hasenübung sollten ein fließendes Gewässer und Blüten in der Nähe sein. Sie stellt das innere Gleichgewicht her und stimmt optimistisch. Begleitende Geräusche gibt es übrigens nicht immer. Werden sie eingesetzt, so stärken A-Laute das Vitalfeld, O steht für das Emotionalfeld und M für das Mentalfeld.

Manche Übungen sind sehr fordernd. "Es kommt immer darauf an, wie fit der Betroffene ist. Wyda lässt sich auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen adaptieren", sagt Asenbaum, die das mit ihren Kursteilnehmern in Bad Mühllacken praktiziert.

Wyda-Kurs ab 30.9., 19.30 bis 20.30 Uhr (6 Einheiten) im Kneipp-Traditionshaus in Bad Mühllacken, Tel. 07233-7215-415 oder badmuehllacken@marienschwestern.at



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Gesundheitsmagazin der OÖNachrichten

22. Juli 2015


Foto: Marienschwestern


Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020