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Frau hüpft mit Springschnur

Die Erfolgsformel für ein straffes Bindegewebe

Faszientraining ist nicht nur im Trend, Studien beweisen auch, dass es optisch jung hält und die Beweglichkeit fördert. Seilspringen macht Spaß und trainiert die Faszien.

Ob der Oberschenkel straff gespannt oder eher wie ein Wackelpudding aussieht, hängt nicht nur von der Stärke der Muskeln ab, sondern auch wesentlich von der Hülle, die ihn umgibt. Diese Hülle kann man sich als bindegewebsartige Haut vorstellen, die im Idealfall geschmeidig und elastisch ist. Gesunde Faszien schützen die Gelenkkapseln, halten die Rückenmuskeln unter stabiler Spannung und straffen die Körperkonturen. Das haben unter anderem aktuelle Studien der Faszienforscherin Helen Langevin von der Havard Medical School ergeben.

"Wer einen Beruf hat, bei dem er nur sitzt und sich auch sonst wenig bewegt, hat früher oder später verklebte Faszien und das Bindegewebe verliert an Elastizität", warnt der Allgemeinmediziner und Faszientherapeut Peter Brunner aus Linz. Die Folge davon sei eine zunehmende Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Betroffene können laut Brunner beispielsweise Probleme beim Binden der Schuhbänder und beim Aufstehen vom Sofa haben. Bemerkbar machen sich verklebte Faszien aber auch bei der Gartenarbeit. "Wer sich nach längerer gebückter Haltung nach dem Unkrautjäten schwer aufrichten kann, muss davon ausgehen, dass seine Faszien nicht mehr ganz fit sind", sagt der Arzt.

Doch Brunner hat eine gute Nachricht für Menschen, denen Schultern, Rücken und Beine bei bestimmten Bewegungen ziehen oder sogar schmerzen: "Man kann seine Faszien wieder in Form bringen." Bei fortgeschrittener Versteifung empfiehlt der Mediziner Faszientherapie unter ärztlicher Anleitung. Wer jedoch noch keine Schmerzen hat, kann seine Faszien auch im Fitnessstudio unter fachmännischer Anleitung trainieren.

Besonders anstrengend sind die Übungen laut Brunner nicht: "Faszientraining ist wie Wellnesstraining, denn man darf dabei keinesfalls über seine Grenze gehen." Wichtig seien jedoch regelmäßige Trainingseinheiten von 20 bis 30 Minuten, die dreimal wöchentlich stattfinden sollten.

Wer noch keine Bewegungseinschränkungen oder gar Schmerzen hat, kann seine Faszien aber auch im Alltag fit halten. "Wichtig ist, dass man regelmäßig mehrere unterschiedliche Bewegungsarten betreibt, ideal sind zum Beispiel Nordic Walken, Yoga, Schwimmen und Tennis", sagt Brunner. Zu beachten sei dabei lediglich, dass man diese Sportarten dynamisch betreiben muss, nur dann werden die Faszien aktiviert.

Auch folgende Übungen eignen sich für das Training zu Hause:

Arme und Beine schwingen: Aufrecht hinstellen, zuerst mit einem Bein vor und zurück schwingen, dann mit dem anderen. Das Gleiche mit den Armen. Wichtig: rund durchschwingen.

"Seilspringen": Dazu braucht man nicht einmal ein Seil – es reicht, leicht zu tänzeln, ähnlich wie Boxer das machen.


Logo OÖNachrichtenUlrike Griessl

Gesundheitsmagazin der OÖNachrichten

14. Oktober 2015 


Foto: shutterstock


Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020