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Salzstreuer

Wie viel Salz gesund ist

Salz gibt dem Essen Geschmack, Salz konserviert. Für den menschlichen Körper sind die feinen weißen Körnchen lebensnotwendig. Doch etliche nehmen zu viel davon zu sich – das ist für die Gesundheit nicht gut. 

Salz hat ein eher schlechtes Image. So soll zu viel davon Bluthochdruck und damit das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall fördern. Aber ganz ohne Natriumchlorid – die chemische Bezeichnung von Salz – geht es auch nicht, berichtet die Austria Presse Agentur (APA). 

Lebenswichtig 

„Die Mengenelemente Natrium, Kalium und Chlorid regeln den Wasserhaushalt im Körper, indem sie den Druck der Körperflüssigkeiten aufrechterhalten“, erläutert Ernährungswissenschaftlerin Dipl. oec. troph. Antje Gahl von der Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Natrium und Chlorid binden dabei das Wasser im Gewebe, während Kalium ein Ausschwemmen von Wasser aus den Zellen fördert. Gleichzeitig regulieren Natrium und Chlorid den Blutdruck. Die beiden Elemente sorgen aber auch für die Reizweiterleitung von Nervenfasern. Das äußert sich etwa in Schmerzen oder einem Kälte- oder Wärmegefühl.

Damit der Körper diese Funktionen erfüllen kann, benötigt er Salz. Mehr als sechs Gramm im Durchschnitt pro Tag – also etwa ein Teelöffel – sollte es aber bei einem Erwachsenen nicht sein. So lautet die allgemeine Empfehlung von Gesundheitsexperten.

Untersuchungen zeigen jedoch, dass ein großer Teil der Bevölkerung weitaus mehr Salz zu sich nimmt. Das bleibt nicht ohne Folgen. „Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass der Blutdruck steigt, wenn der Betreffende mehr als sechs Gramm Kochsalz pro Tag zu sich nimmt“, sagt der Internist und Diabetologe Dr. Dieter Klaus aus dem deutschen Montabaur. Steigt der Blutdruck, werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigt. 

In verarbeiteten Lebensmitteln 

„Umgekehrt kann durch eine Beschränkung des Kochsalzes auf sechs Gramm pro Tag ein erhöhter Blutdruck deutlich gesenkt werden“, sagt Klaus. Wer seinen Salzkonsum aus gesundheitlichen Gründen reduzieren will, hat es nicht leicht. Denn es ist nicht damit getan, einfach den Salzstreuer aus der Küche und vom Essenstisch zu verbannen. „Die größte Salzmenge, die wir täglich essen, stammt aus verarbeiteten Lebensmitteln“, erklärt die Ernährungsexpertin Margret Morlo, Diätassistentin beim deutschen Verband für Ernährung und Diätetik (VFED). Hauptquellen seien Brot und Semmeln, Fleisch und Wurstwaren sowie Milchprodukte und Käse.

„Vier Scheiben Brot mit jeweils 35 Gramm steuern bereits zwei Gramm Salz bei“, sagt Klaus. Laut Morlo ist der Salzgehalt in gepökelten Wurstwaren höher als in ungepökelten und im Hartkäse höher als im Frischkäse. „Häufig enthalten auch Fertiggerichte und Instantsuppen sehr viel Salz, ebenso wie Knabbereien wie etwa Lakritz.“ 

Auf die Verpackung schauen 

Antje Gahl rät dazu, beim Kauf von verpackten Lebensmitteln genau auf den Speisesalzgehalt zu achten. „Wenn auf verpackten Lebensmitteln der Natriumgehalt angegeben ist, kann damit der Speisesalzgehalt errechnet werden, indem der angegebene Natriumgehalt mit 2,54 multipliziert wird“, erklärtdie Expertin. 

Nachsalzen hat geringes Gewicht 

Neben dem Salz in verarbeiteten Lebensmitteln gibt es aber auch noch Salz pur. „Im Handel taucht es unter ganz unterschiedlichen Bezeichnungen auf“, erklärt Morlo. Beispiele sind Stein-, Meer- oder Rauchsalz oder auch Fleur de Sel – französisch für Salzblüte – schwarzes Hawai-Salz, Himalaya-Salz oder Wüstensalz. „Das Speisesalz, das wir unserem Essen durch Zu- oder Nachsalzen selbst zufügen, macht aber unter dem Strich nur eine geringe Menge unserer täglichen Speisesalzzufuhr aus“, betont Gahl. 

Salzarmes im Handel 

Im Handel gibt es außerdem Lebensmittel, die als salz-, natrium-oder kochsalzarm gekennzeichnet sind. „Diese Angabe ist nur zulässig, wenn das Produkt nicht mehr als 120 Milligramm Natrium oder 300 Milligramm Salz pro 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter enthält“, betont Morlo. Natriumarme Getränke oder Mineralwasser müssen weniger als 20 Milligramm Natrium oder 50 Milligramm Kochsalz in 100 Milliliter enthalten. 

Ersatz durch Kräuter 

Wer in der Küche die Salzzufuhr reduzieren will, sollte Speisesalz mit anderen Gewürzen und Kräutern ersetzen. „Bei der Reduktion der Speisesalzzufuhr sollte jeder in kleinen Schritten vorgehen“, empfiehlt Gahl. „So kann man sich an den schwächeren Salzgeschmack gewöhnen.“

 

Mag. Christian Boukal / APA

September 2016

 

Bild: APA (dpa/gms/Andrea Warnecke)

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020