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Kartoffeln

Lagerfähiger Wunderwuzzi mit wertvollem Inhalt

Die Kartoffel ist aus ernährungstechnischer Sicht ein ziemlicher Wunderwuzzi: Wer sie anbaut, kann auf der gleichen Fläche doppelt so viele Kalorien ernten wie bei Getreide. Sie ist äußerst nahrhaft und enthält jede Menge Antioxidantien, Vitamin B und C – vor allem die jungen, „heurigen“ Kartoffeln tun sich hier hervor. Außerdem enthalten Kartoffeln wertvolle Mineralien und Spurenelemente wie Magnesium, Kalzium, Kalium, Phosphor und Eisen. 

Britische Seefahrer aßen Kartoffeln denn auch auf langen Reisen gegen den gefürchteten Skorbut. Um das Vitamin C optimal zu erhalten, sollten die Kartoffeln ungeschält und nicht zerkleinert gekocht werden. Wer die Schale mitisst, verspeist zudem jede Menge wertvolle Ballaststoffe. 

Einen guten Teil ihres Erfolgs verdankt die Kartoffel auch ihrer Lagerfähigkeit. Während junge, „heurige“ Erdäpfel relativ schnell verfallen, bleiben die ausgereiften, im Herbst geernteten Knollen bei sieben bis zehn Grad im Dunkeln bis ins kommende Frühjahr genießbar. Bei artgerechter Haltung (nicht waschen!) wird sogar ihr Geschmack mit der Zeit besser. Sie werden dann „fetter, fruchtiger, blumiger“, schwärmte einst Harold McGee, Kulinarik-Kolumnist der New York Times. Essen Sie also noch nicht alle Erdäpfel jetzt auf, sondern legen Sie ausreichend für die kalte Jahreszeit zurück.


Tobias Müller

September 2017


Bild: shutterstock




Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2020