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Coronavirus

Coronavirus

Das neuartige Coronavirus (2019nCoV), das Anfang Jänner erstmals in China identifiziert wurde, war zuvor noch nie beim Menschen nachgewiesen worden. Es wird zwischen Tieren und Menschen übertragen. Coronaviren bilden eine große Familie, die leichte Erkältungen bis hin zu schweren Lungenentzündungen verursachen können. Die Erreger der MERS- und SARS-Infektionen gehören ebenfalls zur Familie der Corona-Viren, berichtet die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit

Dabei ist derzeit noch nicht abzusehen, wie gefährlich der neue Erreger tatsächlich ist. Experten gehen von einer deutlich geringeren Gefährlichkeit als der der „Schwesternviren“ MERS und SARS aus. Das 2012 aufgetreten MERS-Virus zog eine Sterblichkeit von 30 Prozent der Infizierten nach sich, SARS-Viren (2002) immerhin zehn Prozent. Ähnlich wie die Erreger der saisonalen Grippe durch Influenzaviren sind besonders alte und immungeschwächte Personen gefährdet, die Sterblichkeit liegt allerdings nur unter einem Prozent.

Die Infoline Coronavirus ist unter 0800 555 621 wochentags von 9:00 bis 17:00 Uhr erreichbar und liefert Informationen zu Übertragung, Symptomen und Vorbeugung. 

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Ansteckungsgefahr 

Nach bisher vorliegenden Informationen stellt die Mensch-zu-Mensch-Übertragung den wichtigsten Infektionsweg dar. Neben Sekreten des Atmungstraktes und Speichel können auch Ausscheidungen (Harn, Stuhl) und Körperflüssigkeiten infektiös sein. Dennoch scheint das Übertragungsrisiko von Mensch zu Mensch deutlich niedriger zu sein als bei der saisonalen Grippe.  

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In Österreich 

Derzeit ändert sich die Zahl der erkannten Erkrankungsfälle in Österreich im Minutentakt. Die aktuellen Verdachtsfälle auf Coronavirus-Infektion in Österreich werden auf der Website des Sozialministeriums veröffentlicht und täglich um 10:00 aktualisiert.

Bei der weltweiten SARS-Epidemie 2003 gab es in Österreich keinen einzigen dokumentierten Infektionsfall. Der MERS-Erreger wurde in Österreich bislang nur 2014 nachgewiesen. 

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Symptome 

Während gewöhnliche Coronaviren meist milde Infektionen verursachen, sind häufige Anzeichen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus u. a. Fieber, Husten, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden. In schwereren Fällen kann die Infektion eine Lungenentzündung, ein schweres akutes Atemwegssyndrom, Nierenversagen und sogar den Tod verursachen. Es gibt auch milde Verlaufsformen (Symptome einer Erkältung) und Infektionen ohne Symptome.

Derzeit geht man davon aus, dass der Krankheitsverlauf beim neuartigen Coronavirus weniger schwer ist als bei SARS und MERS, so die AGES. 

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Behandlung 

Es gibt keinen Impfstoff, es wird aber mit Hochdruck auf der ganzen Welt daran gearbeitet. Die Behandlung erfolgt symptomatisch, d. h. durch Linderung der Krankheitsbeschwerden wie etwa fiebersenkende Mittel. 

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Schutz 

Wie bei der saisonalen Grippe werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Hände mehrmals täglich mit Wasser und Seife waschen.
  • Beim Husten und Niesen, Mund und Nase mit einem Papiertaschentuch (nicht mit den Händen) bedecken.
  • Direkten Kontakt zu kranken Menschen vermeiden. 
  • Darüber hinaus ist ein Mindestabstand zu anderen Personen von mindestens einem Meter einzuhalten.
  • Umarmen, Händeschütteln etc. ist derzeit nicht angesagt – außer von und mit Mitmenschen, mit denen man im gemeinsamen Haushalt lebt.
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Mundschutz 

Einmal-Mundschutzmasken sind kein wirksamer Schutz gegen Viren oder Bakterien, die über die Luft übertragen werden. Aber sie können dazu beitragen, das Risiko der Weiterverbreitung des Virus durch „Tröpfchen“ von Niesen oder Husten zu verringern. 

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China 

Bisher werden enge Kontakte zwischen Erkrankten und Gesunden als Infektionsquelle angenommen. Bei Husten oder Niesen in die eigene Hand und darauf folgender Berührung von Gegenständen, können über diese Gegenstände (etwa Telefon oder Türklinke) das Virus übertragen werden. Aber eine halbe Stunde später sollte der Erreger laut WHO nicht mehr virulent sein. Deshalb gibt es keine Hinweise darauf, dass Handelswaren aus China eine Gefahr darstellen.

Werden bei einem Passagier an Bord eines landenden Flugzeugs verdächtige Symptome registriert, wird das Bodenpersonal informiert und es werden spezielle Vorbereitungen getroffen. Bei einem Verdachtsfall wird nach speziellen Sicherheitskriterien vorgegangen, die vom Gesundheitsministerium vorgegeben werden: So wird eine erkrankte Person isoliert, Kontaktpersonen, die keine Symptome zeigen, werden informiert und zwei Wochen ärztlich betreut (regelmäßiges Temperaturmessen). Tests werden erst durchgeführt, wenn diese Kontaktpersonen Symptome einer Erkrankung zeigen. Sämtliche Maßnahmen haben das Ziel, dass möglichst wenige Menschen in Österreich von dem Krankheitserreger infiziert werden. 

Aktuelle Hinweise zu Chinareisen liefert das Außenministerium unter dem Punkt „Aktuelle Hinweise“. Nähere Hinweise zur Verbreitung und Umgang mit dem Virus liefert auch das Sozialministerium.

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Quarantäne in unseren Nachbarländern 

Auch die Situation in unseren Nachbarländern ändert sich stündlich. Über Grenzschließungen, Quarantäne nach dem Grenzübertritt informiert die behördenübergreifenden Plattform oesterreich.gv.at.

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Labor-Diagnostik in Österreich 

Ein entsprechender Nachweis der Virus-Nukleinsäure ist nach telefonischer Rücksprache am Zentrum für Virologie an der Medizinischen Universität Wien möglich – Tel.: 01 40160 65517. Als Untersuchungsmaterial eignen sich u. a.:

  • Respiratorisches Sekret,
  • Sputum (= Auswurf),
  • Rachenspülwasser,
  • Abstrichtupfer (Nasen/Rachen). 
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Behandlung in Krankenhäusern 

Krankenhaushygienisch ist derzeit analog zu Verdachts- und Erkrankungsfällen bei SARS und MERS vorzugehen. Aufgrund der Neuheit dieser Infektionskrankheit würden Patienten wahrscheinlich an einem Zentrum für hochinfektiöse/exotische Krankheiten behandelt.

Aus medizinischer Sicht wären für die Behandlung Maßnahmen wie bei Influenza ausreichend und würden keine Verlegung der Patienten an Spezialeinrichtungen erfordern.

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Steckbrief Coronaviren

  • Coronaviren kommen weltweit vor. Das SARS-Virus (2002, 2003) trat wie das neuartige Coronavirus (2019-nCoV) erstmals in China in Erscheinung, das MERS-Coronavirus kursiert vor allem auf der arabischen Halbinsel.
  • Als „Erregerreservoir“ gelten Vögel, Fische, Säugetiere.
  • Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch und kann auch über direkten Kontakt von Tier zu Mensch erfolgen. Personen mit Grunderkrankungen haben ein höheres Infektionsrisiko.
  • Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 14 Tage.

 

Mag. Christian Boukal / AGES

März 2020


Bilder: shutterstock



Zuletzt aktualisiert am 26. März 2020