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Kleines Mädchen wird geimpft

Kinderimpfungen während COVID-19

Kinderärzte betonen, dass Impfungen wichtig sind und bleiben. Ausbrüche von verhinderbaren Erkrankungen sollen weiter vermieden werden: Deshalb auch und gerade jetzt sollen Kinder geimpft werden. 

Obwohl die Forschung an Impfstoffen gegen das Coronavirus in aller Munde ist, werden Impfungen gegen andere ebenfalls lebensbedrohliche Infektionen derzeit häufig nicht durchgeführt. Kinderärzte, die gerne impfen würden, sehen sich mit vielen verunsicherten Eltern konfrontiert. Doch die Empfehlungen sind eindeutig: Auch jetzt sind Impfungen wichtig und sollten durchgeführt werden, um Ausbrüche von verhinderbaren Krankheiten zu vermeiden. 

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Corona: Noch keine Impfung, daher soziale Maßnahmen 

Derzeit werden große Erwartungen in die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffes gesetzt und Forscher weltweit suchen nach Lösungen in der Krise. Aber wie lange es dauert, bis ein effektiver Impfstoff getestet und verfügbar sein wird, ist derzeit nicht absehbar. Bis dahin wird gegen die Coronavirus-Pandemie mit anderen Maßnahmen gekämpft. Die sicherlich wirksamste Maßnahme gegen eine weitere Ausbreitung ist das „social distancing“. Im Kampf gegen andere Infektions- und speziell Kinderkrankheiten könnte diese Maßnahme aber aufgrund der Unsicherheit von Eltern unerwünschte Folgen haben.

„Wir Kinderärzte sind derzeit natürlich mit vielen Fragen rund um das Thema Coronavirus und Impfen konfrontiert. Sollen die Eltern kommen? Dürfen sie kommen?“, so Dr. Alexander Schneider, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde der Ordinationsgemeinschaft Kindermed in der Wiener Josefstadt.

 

WHO warnt vor Ausbrüchen von verhinderbaren Erkrankungen

 

Nun drohen laut WHO durch mögliche Unterbrechungen bei Routine-Impfungen spätere Ausbrüche von eigentlich verhinderbaren Erkrankungen. Dabei sind die Empfehlungen eindeutig.

In einer Stellungnahme der WHO werden Impfungen als zentrales Gesundheitsservice gesehen das, wo möglich, priorisiert werden sollte. Die WHO stellt auch Leitlinien für die richtige Durchführung zur Verfügung. Ähnliche Empfehlungen gibt das österreichische Gesundheitsministerium: Unter Einhaltung aller gebotenen Hygienemaßnahmen sollen insbesondere Impfungen beziehungsweise die Grundimmunisierung im ersten Lebensjahr weiter durchgeführt werden. Dabei soll das Kind nur von einem gesunden Elternteil begleitet werden. 

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Die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde empfiehlt

In einer Aussendung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) gehen Priv.-Doz. Dr. Hans Jürgen Dornbusch aus Graz und Dr. Paul Haidl aus Wien auf die unterschiedlichen Möglichkeiten hinsichtlich der Durchführung ein. Wenn in einer Praxis die Möglichkeit besteht, einzelne Patienten zu isolieren, können und sollen auch weiterhin alle Mutter-Kind-Pass Untersuchungen und alle empfohlenen Impftermine unter 2 Jahren sowie Auffrischungsimpfungen bei älteren Kindern durchgeführt werden. In Praxen, in denen diese Isolation nicht möglich ist, sollen dennoch zumindest die ersten Teilimpfungen erfolgen.

MR Dr. Rudolf Schmitzberger, Leiter des Impfreferats der Österreichischen Ärztekammer, Facharzt für Kinder und Jugendheilkunde, rät hier den Eltern: „Es gibt viele schwere Krankheiten, die man jetzt schon durch Impfungen verhindern kann. Besonders in der jetzigen Belastungssituation durch die Coronapandemie ist es wichtig, dass unsere Kinder die empfohlenen Schutzimpfungen auch erhalten. Meine Bitte an die Eltern: Nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Impfarzt auf und besprechen Sie, wie vorzugehen ist. Sorgen Sie auch beim Transport für eine weitgehende Vermeidung von Kontakten mit anderen Personen. Ihr Kinderarzt sichert durch spezielle Terminvorgaben einen optimalen und sicheren Ablauf der Schutzimpfung. Achten Sie auf eine strikte Termineinhaltung.“

Auch in der Praxisgemeinschaft Kindermed hat man sich auf die derzeitige Situation eingestellt. Dr. Schneider: „In unserer Praxis impfen wir in Anlehnung an die Richtlinien der WHO und der ÖGKJ weiterhin alle Kinder. Derzeit ist es uns vor allem wichtig, dass die Kinder bis zum vollendeten 2. Lebensjahr die im österreichischen Impfplan vorgesehene Grundimmunisierung erhalten. Dies erfolgt in der aktuellen Situation unter zusätzlichen speziellen Sicherheitsvorkehrungen. Dazu zählen neben Maskenpflicht für Arzt und Patient in unserer Ordination auch eine Reduktion der Begleitpersonen sowie eine strenge Trennung der einzelnen Patienten untereinander. Unter all diesen Gesichtspunkten und intensiver Aufklärung nehmen die Eltern unser Angebot gerne an. Denn gerade in der aktuellen Diskussion rund um Corona kann man sehen, wie wichtig Impfen ist.“

 

Mag. Christian Boukal

April 2020


Bild: shutterstock


Zuletzt aktualisiert am 24. April 2020