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Barfuß in der Wiese

Barfußgehen tut Körper und Seele gut

    Harter Asphalt, stundenlanges Stehen und Gehen: Den eigenen Füßen mutet man tagtäglich einiges zu. Die richtigen Schuhe halten das Schlimmste ab. Aber es hilft, auch einmal ohne sie unterwegs zu sein. Für gesunde Füße ist regelmäßiges Barfußgehen eine Wohltat.

 

   Ob in der Wohnung, auf einer warmen Sommerwiese oder im Sand: Täglich eine gewisse Zeit barfuß zu gehen, ist gesund. Das Gehen ohne Schuhe regt die Fußmuskulatur an und trainiert sie. Wer regelmäßig barfuß geht, beugt damit Fußfehlstellungen vor. Barfußgehen fördert außerdem Gleichgewicht und Körperwahrnehmung und beugt so Stürzen vor. Durch die Bewegung wirkt die Wadenmuskulatur außerdem als Blutpumpe in Richtung Herz. Das kann Venenleiden und Krampfadern verhindern. Weil darüber hinaus die Haut viel Luft bekommt, lässt sich mit Barfußgehen auch Fuß- und Nagelpilz vorbeugen.

 

   Da Barfußgehen die Fußmuskeln aktiviert, kommt es nach Ansicht von Experten einer Fußgymnastik gleich. Dadurch können sich die Füße besser erwärmen, was für viele Frauen eine wohltuende Sache ist, weil diese oft mit kalten Füßen zu kämpfen haben. Wechselnde Temperaturreize und der eventuelle Massageeffekt des Untergrunds fördern dieses Wärmegefühl noch zusätzlich.

 

   Kein Wunder, dass Barfußgehen von manchen Experten als die natürlichste und effektivste Fußreflexzonen-Massage der Welt angesehen wird. "Den Untergrund mit allen Sinnen ergründen hilft, innere Spannungen zu überwinden und Stress abzubauen", sagt der Sportwissenschafter Dieter Breithecker. "Schuhe dagegen verhindern den direkten Kontakt zum Boden und beeinträchtigen so unsere Fußgesundheit, das Gleichgewichtsvermögen und die Körperhaltung."

 

   Es lohnt sich, zumindest in der Wohnung, im Garten und auf sauberen Wiesen auf Schuhwerk zu verzichten. Perfekt für die Füße sind Spaziergänge an Sand- oder Kieselstrand. "Die Unebenheiten des Untergrunds müssen reflexartig durch komplexe Muskelarbeit ausgeglichen werden", erläutert Breithecker. "Das stärkt die Fußgewölbe und sorgt für eine nachhaltige Rückengesundheit.

 

   Menschen mit Fußfehlstellungen sollten aber nicht zu lange ohne Schuhe gehen. "Unter Fußfehlstellungen leiden beispielsweise Frauen, die jeden Tag hohe Absätzen tragen. Mit der Zeit verkürzen sich ihre Wadenmuskeln. Geht man dann barfuß, können Schmerzen wie bei einem Muskelkater auftreten. Der Grund dafür ist, dass die Wadenmuskeln es nicht mehr gewohnt sind, auf ihre komplette Länge ausgedehnt zu werden.

 

   Auch Menschen mit Platt-, Senk- und Spreizfüßen sollten eher weniger barfuß unterwegs sein. Fehlstellungen von Hüfte und Knien wirken sich ebenfalls auf die Füße aus. In diesen Fällen sollte man nicht auf orthopädisch angepasstes Schuhwerk mit Einlagen verzichten.

 

Quelle: Wien (APA/dpa) -2020-06-08/11:16

Bild: APA (dpa)


Zuletzt aktualisiert am 15. Juli 2020