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Schwimmer krault im Schwimmbecken

Schwimmen Sie sich gesund

Schwimmhallen und Freibäder sind nach monatelanger Schließung wieder offen: Die Bewegung im Wasser stärkt Gesundheit und Wohlbefinden. Das schwerelose Gleiten im Wasser verleiht ein ungewohntes Gefühl der Leichtigkeit und Beweglichkeit – und es bringt maximalen Gewinn für die Gesundheit in jedem Alter, berichtet der deutsche Mediendienst obx-medizindirekt. 

Schwimmen gilt als eine der gesündesten Sportarten überhaupt: Es bringt das gesamte Herz-Kreislauf-System in Schwung und trainiert den Herzmuskel. Nachgewiesen ist auch, dass regelmäßiges, moderates Training den Cholesterinspiegel sowie die Risiken für Diabetes und Arteriosklerose senkt – so wie jede andere Art der Bewegung auch. 

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Gesamtbelastung 

Schwimmen trainiert die Muskelkraft, weil die gesamte Körpermuskulatur in Bewegung ist, und lässt durch vermehrten Kalorienverbrauch überflüssige Pfunde schmelzen. Schwimmen stärkt das Immunsystem, hilft uns beim Abnehmen und wirkt sich günstig auf chronische Krankheiten wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck aus. Selbst wenn Arthrose die Möglichkeiten eines körperlichen Trainings eingeschränkt, kann Schwimmen helfen, denn das Wasser nimmt die Körperlast von Rücken und Gelenken. Man fühlt sich schwerelos. Menschen mit Bluthochdruck-Erkrankung werden feststellen, dass regelmäßiges Schwimmen auch zur Blutdrucksenkung beiträgt, Diabetiker eine Senkung des Blutzuckerwerts bemerken. 

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Richtige Technik ist wichtig 

Gesundes Schwimmen geht aber nur mit der richtigen Technik – besonders, wenn orthopädische Probleme vorliegen. So kann falsches Brustschwimmen mit krampfhaft nach hinten gestrecktem Kopf die Halswirbelsäule zusätzlich belasten. Auch mit falscher Rückenschwimm-Technik – etwa mit dem Kinn auf der Brust – wird der Wirbelsäule nicht geholfen. Bei orthopädischen Problemen sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, welche Schwimmtechnik oder welches körperliche Training im Wasser (z.B. Aqua Jogging) am besten geeignet ist.

Schwimmen bietet unzählige Möglichkeiten, seinen eigenen Stil zu finden: Schwimmstil und Tempo bestimmt jeder selbst. Man kann dabei auch im kühleren Nass durchaus ins Schwitzen geraten. Denn auch wenn das Wasser das Körpergewicht weitgehend trägt, leistet es bei der Fortbewegung erheblichen Widerstand. Jeder Schwimmstil hat seine Vorteile, also kann man sich ruhig für den Stil entscheiden, der einem am meisten Spaß macht.

Gerade wenn jemand lange keinen Sport getrieben haben, sollte bedacht werden, dass es nicht auf Schnelligkeit, sondern auf Regelmäßigkeit und Ausdauer ankommt. Tempo und Strecke können nach und nach gesteigert werden. 

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Keine Angst vor Warzen und Fußpilz 

Viele Menschen meiden öffentliche Bäder aus Angst vor Ansteckung mit Krankheiten. Das ist übertrieben: Wasser in modernen Schwimmbädern wird durch Einsatz von Filtern und Chemikalien kontinuierlich gereinigt. Die Wirksamkeit der Filter und die Sauberkeit werden regelmäßig kontrolliert. Chlor im Wasser aber auch ultraviolettes Licht töten Mikroorganismen ab, ohne den Schwimmern zu schaden. Labile Viren wie Erreger von z.B. Hepatitis A-Virus oder Hepatitis B-Virus überleben das nicht. 

Schwimmen in öffentlichen Bädern ist deshalb ein gesundes Vergnügen, wenn man einige Regeln beachtet.

Vor Warzeninfektionen zum Beispiel schützen Badesandalen. Sie helfen gleichzeitig, Stürze auf glatten Fliesen zu vermeiden. Ebenfalls ein Muss: Intensives Duschen nach dem Schwimmen. Sollten sich trotzdem einmal Warzen breit machen, umgehend zum Arzt gehen, damit die Infektion sich nicht ausbreiten kann.

Für viele Schwimmer auch in Seen und Meeren ein Problem: Wasser im Ohr. Das kann zu Entzündungen des äußeren Gehörganges führen, wenn das Wasser nicht wieder abfließt. Hier helfen speziell geformte Ohrstöpsel ebenso wie alkoholhaltige Ohrentropfen nach dem Schwimmen oder Tauchen. Diese sind in der Apotheke erhältlich.

Das Chlor im Wasser kann, ebenso wie salzhaltiges Meerwasser, die Augen reizen. Eine Schwimmbrille schützt davor wirksam.

Ebenfalls wichtig: Niemals mit vollem Bauch ins Wasser gehen. Mindestens zwei Stunden vor dem Schwimmen sollte nichts mehr gegessen werden, damit der Atmungs- und Bewegungsrhythmus nicht gestört wird. Die Bewegungen fallen dann viel leichter. 

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Die richtige Technik 

Am Anfang besonders geeignet: Rückenschwimmen. Das viele Sitzen im Alltag belastet den Rücken. Rückenschwimmen entlastet die Wirbelsäule, macht sie beweglich und stärkt die Rückenmuskulatur. Kopf und Nacken werden vom Wasser getragen. Auch das Atmen ist leicht, denn das Gesicht bleibt die ganze Zeit über Wasser.

Der verbreitetste Schwimmstil ist das klassische Brustschwimmen – ein optimales Training für Brust-, Arm- und Schultermuskeln. Dabei möglichst waagerecht im Wasser liegen und den Kopf nur zum Atmen aus dem Wasser heben. Hält man den Kopf beim Schwimmen angestrengt über Wasser, kann sich die Nackenmuskulatur verspannen.

Am meisten Kraft, Ausdauer und Konditionen fordert das Kraulschwimmen. Diese Schwimmtechnik stärkt und fordert vor allem die Armmuskulatur, die den größten Anteil an der Fortbewegung leistet.

Anfänger und Eingerostete sollten mit einer Kombination aus zwei Schwimmstilen starten: Eine Bahn Brustschwimmen, eine Bahn am Rücken. Am besten eine bestimmte Strecke planen und nicht auf die Zeit achten. Ruhig Pausen einlegen und weiter schwimmen, wenn man wieder bei Atem und Kräften ist.

 

Mag. Christian Boukal / obx-medizindirekt

Juli 2020


Bild: shutterstock


Zuletzt aktualisiert am 24. Juli 2020