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Tzatziki

Tzatziki im Test: Besser selbst machen

Grillzeit: Tzatziki zählt zu den beliebtesten Dips am Buffet. Es ist nicht schwer selbst zu machen, noch dazu ist es fertig im Supermarkt erhältlich. Ob das Fertigprodukt den Vergleich zum selbstgemachten auch besteht, hat die Arbeiterkammer OÖ (AKOÖ) überprüft. Nur so viel gleich vorweg: Von acht getesteten konnte nur ein Produkt die Prüfer überzeugen. 

Was die fertigen Zubereitungen aus dem Supermarkt tatsächlich beinhalten, wollte die Arbeiterkammer Oberösterreich wissen: Nur ein Rezept einer großen Supermarktkette kann annähernd mit selbstgemachtem Tzatziki mithalten. Bei den restlichen Erzeugnissen zeigten sich zum Teil deutliche Abweichungen zur klassischen Originalrezeptur. 

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Tsatsiki, Zaziki oder doch griechisch Tzatziki? 

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer OÖ haben acht Produkte aus dem Handel in ihrer Zusammensetzung verglichen und dem Originalrezept gegenübergestellt. So vielfältig wie die Schreibweise der Joghurt-Gurken-Creme, so unterschiedlich sind zum Teil auch die Inhaltstoffe, so die AKOÖ. Das genaue Testergebnis der AK-Konsumentenschützer finden Sie am Ende des Artikels. 

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Original? Von wegen! 

Für ein Original-Tzatziki braucht es traditionell nur wenige Zutaten wie (nach Anteil im Produkt gewichtet) Joghurt, Salatgurke, Olivenöl und Knoblauch. Der Gurkenanteil der Fertigprodukte schwankt zwischen 12 und 25 Prozent. Der Knoblauchgehalt beträgt zwischen 1 bis 4,5 Prozent.

  • Erste Kritikpunkte an der Industrie-Rezeptur gibt es dann auch beim Joghurt – dem elementaren Bestandteil von Tzatziki. Hierbei sollte optimaler Weise Joghurt griechischer Art oder cremiges Naturjoghurt zum Einsatz kommen – und ist im Einkauf wohl auch am teuersten. Zwei Hersteller verwenden jedoch sogenannte Joghurterzeugnisse mit Stärke und/oder modifizierter Stärke, sodass das Joghurt dicker und fester wird. Bei einem wiederum wird als Basis ein Joghurtprodukt mit Pflanzenfett verwendet.
  • Generell setzen drei Viertel der Produzenten Zutaten mit verdickenden Eigenschaften (Maisstärke, modifizierte Stärke), klassische Verdickungsmittel oder Stabilisatoren ein, um die für Tzatziki typische, cremige Konsistenz „nachzuahmen“.
  • Zwei Fertigerzeugnisse enthalten zudem noch Konservierungsmittel.
  • Auch beim Öl gibt es Abweichungen zum typischen Originalrezept. Während in Griechenland natürlich Olivenöl zum Einsatz kommt, wird dieses bei den Fertigprodukten mit billigeren Speiseölen wie Sonnenblumen-, Raps-, oder Sojaöl vermischt, oder gänzlich ersetzt.
  • Das einzige Tzatziki im Test, das, abgesehen vom verwendeten Sonnenblumenöl, der typischen Originalrezeptur entspricht, ist das Produkt der Super-Supermarktkette, die wir auch aus Italien kennen. 
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Werbung und Preis – kein Garant für Authentizität 

Sechs Produkte werben mit Herkunftsbezug (landestypische Bildmotive, Fähnchen oder Aussagen wie „original griechisch“). Ein Garant für die Verwendung ausschließlich originalgetreuer Zutaten sind diese Werbebotschaften laut den Konsumentenschützern aber nicht. Denn die genaue Rezeptur ist nicht verbindlich geregelt.

Ebenso wenig lassen die Preise (von 36 bis 71 Cent je 100 Gramm) Rückschlüsse auf die verwendeten Zutaten zu. Der Testsieger befindet sich mit 62 Cent pro 100 Gramm im mittleren Preissegment. Der Originalrezeptur nahe und günstige Produkte gibt es auch beim Discounter. Ausgerechnet das teuerste Produkt zeigt die größten Abweichungen zum Original. 

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Besser selbstgemacht 

Eigentlich gibt es gar keinen Grund fertiges Tzatziki zu kaufen. Denn die Zubereitung ist denkbar einfach, so die AKOÖ.

  • Am besten lässt man eine geschälte, grob geriebene Gurke mit reichlich Salz für eine Weile in einem feinen Sieb stehen, damit das überschüssige Wasser gut abtropfen kann. Dann vermischt man die Gurke mit Joghurt griechischer Art, gepresstem Knoblauch und etwas Olivenöl.
  • Anschließend mit Salz, Pfeffer und wenn unbedingt nötig mit Dille und einem Schuss abschmecken. Ein paar Tropfen Zitrone verleihen dem Dip der Tester zusätzlich noch eine frische und fruchtige Note. Als Garnierung wird in vielen griechischen Restaurants eine Olive draufgesetzt.
  • Der Knoblauchgeschmack wiederum entfaltet sich am besten, wenn das Tzatziki noch einige Stunden im Kühlschrank „durchziehen“ kann. Zum Schluss noch mit Olivenöl beträufeln und mit Oliven oder Gurkenscheiben garnieren.


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Tzatziki im Test: Besser selbst machen






Mag. Christian Boukal / AKOÖ

August 2020


Bild: shutterstock


Zuletzt aktualisiert am 10. August 2020