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Mann schneidet Baum mit Motorsäge

Jährlich 1.500 Verletzte bei privater Waldarbeit

Jährlich müssen in Österreich rund 1.500 Personen aufgrund von Unfällen bei der privaten Waldarbeit im Krankenhaus behandelt werden. Das berichtet das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Zum Vergleich: Im professionellen Bereich ist die Zahl mit rund 800 Verletzten pro Jahr deutlich geringer. Der November ist der Monat mit der größten Unfallgefahr. 

Für viele Waldbesitzer bedeutet der Herbst eine arbeitsintensive Zeit. Auch in dieser Saison werden sich dabei allerdings wieder zahlreiche Personen schwere Verletzungen zuziehen. Die Auswertung der Unfalldatenbank des KFV zeigt, dass sich jährlich in Österreich rund 1.500 Personen bei der privaten Waldarbeit so schwer verletzen, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bei rund 40 Prozent der Unfälle müssen die Verletzten stationär aufgenommen werden. Die häufigsten Unfallursachen bei privaten Waldarbeiten sind Unachtsamkeit (40 Prozent) und Fehleinschätzung (22 Prozent) – Berufs-Waldarbeiter nennen Ablenkung dagegen seltener. 

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Schutzausrüstung 

Besonders oft treten bei der Waldarbeit Frakturen auf (rund 46 Prozent). Die am häufigsten betroffenen Körperteile sind Unterschenkel, Finger und Fußgelenk. Eine Schutzausrüstung wird zwar auch im Rahmen von privaten Wald- und Holzarbeiten großteils getragen, allgemeiner Standard ist sie jedoch nicht. Gerade beim Tragen von Arbeitshandschuhen und Helmen ist Nachholbedarf gegeben, so das KFV. 

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Helm 

„Ein Blick auf die Helmtragequote zeigt ein ernüchterndes Bild: Etwa drei von vier Personen verzichten beim privaten Waldarbeiten auf das Tragen eines Schutzhelmes. Hier ist ohne Zweifel noch viel bewusstseinsbildende Aufklärungsarbeit zu leisten“, sagt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV. „Während für die gewerbliche Wald- und Holzarbeit klare Regeln und Schutzvorkehrungen gelten, liegt es im privaten Bereich in der Verantwortung jedes Einzelnen, sich angemessen zu schützen und auf die Arbeit im Wald vorzubereiten. Durch eine fachgerechte Vorbereitung und gute Schutzausrüstung kann das Unfallrisiko deutlich verringert werden.“ 

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Tipps für die sichere Waldarbeit

  • Arbeiten Sie nicht alleine.
  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Waldarbeit und vermeiden Sie Zeitdruck.
  • Das Tragen von Schutzausrüstung ist dringend zu empfehlen.
  • Arbeiten Sie in Hanglagen niemals über- oder untereinander.
  • Erste Hilfe Ausrüstung sollte immer griffbereit sein.
  • Eine gute Ausbildung und Erfahrung erhöhen die Arbeitssicherheit.

 

Cornelia Schobesberger / KFV

November 2020

 

FOTO: KFV

Zuletzt aktualisiert am 13. November 2020