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Kleiner Junge sitzt am Boden und spielt mit einem tönenden Spielzeug

Tönendes Spielzeug – Zu laut für Kinderohren

Autos mit Motorengeräuschen und sprechende Kuscheltiere sind bei Kindern erfahrungsgemäß aufregend und beliebt. Für Eltern sind die Geräusche auf Dauer allerdings nervig. Und für die Kinder selbst entpuppen sich lärmende Spielsachen als gefährliche Krachmacher, so der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer OÖ (AKOÖ). 

Die Konsumentenschützer haben 13 Spielsachen unter „Kinderzimmerbedingungen“ bei einem Abstand von einem halben Meter getestet: Bei elf Produkten wurden über 80 Dezibel gemessen. Ein laufender Spielzeug-Hundewelpe für Kinder ab drei Jahren wies den Höchstwert von 89,7 Dezibel auf. Zum Vergleich: Ein Presslufthammer in einem Meter Entfernung hat etwa 100 Dezibel. Außerdem konnte nur bei sieben Spielwaren die Lautstärke leiser gedreht werden! 

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Grenzwerte zur Orientierung 

Für Kinderspielzeug sind die Sicherheitsnormen sehr differenziert und abhängig von der Art des Spielzeugs und der Dauer der Schallerzeugung. Bei „ohrnahem“ Spielzeug, das nach jeder Aktivierung länger als 30 Sekunden Schall aussendet, darf der Grenzwert von 60 Dezibel nicht überschritten werden. Bei Tisch- oder Bodenspielzeug, das typischerweise zwischen 5 und 30 Sekunden Schall emittiert, liegt der Grenzwert bei 85 Dezibel. Bei handgehaltenem Spielzeug, mit weniger als 5 Sekunden Schallemission, sind 90 Dezibel das Maximum. 

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Lärm – störend und gesundheitsschädlich 

Die Lautstärken der Spielsachen im Test werden von den AK-Konsumentenschützern kritisch gesehen. Was von Erwachsenen, die meist einen größeren Abstand zur Lärmquelle haben, als störend wahrgenommen wird, stellt grundsätzlich eine Belastung dar. Es besteht die Gefahr, das Gehör der Kinder dauerhaft zu schädigen. Experten gehen zwar davon aus, dass Belastungen unter 80 Dezibel keine bleibenden Schäden hinterlassen, jedoch gibt es dafür keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse, so die AK-Experten. Darüber hinaus ist nicht nur die Intensität, sondern auch die Dauer der Lärmbelastung wesentlich. 

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Ohren auf beim Spielzeugkauf 

Prüfen Sie beim Kauf von Spielsachen mit eigenen Ohren wie laut das Spielzeug ist. Ein kurz angespielter Ton mag gerade noch erträglich erscheinen. Bedenken Sie aber, dass Ihr Kind dieses Spielzeug oft stundenlang benutzt. Empfinden Sie es schon als zu laut, sollten Sie den Krachmacher erst gar nicht kaufen. 

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Tipps zur Vermeidung von Gehörschäden

  • Nur wer gut hört, kann gut sprechen lernen. Daher ist es wichtig, Kinder vor starkem und anhaltendem Lärm zu schützen.
  • Überdenken Sie Ihre eigenen Gewohnheiten: Muss der Fernseher ständig im Hintergrund laufen?
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder nicht zu lange und zu laut Audiogeräte wie Smartphone und Musik-Player nutzen.
  • Gönnen Sie sich und Ihren Kindern Lärmpausen, zum Beispiel nach einer lauten Veranstaltung, damit sich die Gehörzellen erholen können.
  • Seien Sie besonders vorsichtig bei Spielzeugpistolen, Pfeifen oder Feuerwerkskörpern, da so kurze Geräusche zwar nicht in der eigentlichen Lautstärke erfasst werden, aber deswegen nicht weniger gefährlich sind.

 

Die Testergebnisse der Konsumentenschützer der AKOÖ finden Sie in der Tabelle in der rechten Leiste dieser Seite.

 

Mag. Christian Boukal / AKOÖ
Dezember 2020


Bild: Oksana Kuzmina/shutterstock.com


Zuletzt aktualisiert am 14. Dezember 2020