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Junge isst Cornflakes zum Frühstück

Frühstücksflocken für Kinder: Zu viel Zucker

Frühstückscerealien sollen Kindern zu einem guten Start in den Tag verhelfen. Wie ernährungsphysiologisch wertvoll sie tatsächlich sind, testete die Arbeiterkammer Oberösterreich. 

Das Ergebnis ist ernüchternd: Der Großteil enthält zu viel Zucker und ist nicht für den täglichen Verzehr empfehlenswert. Den gesamten Test können Sie auf der Seite der AKOÖ laden. 

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Kinder-Frühstückscerealien im Test 

Untersucht wurden 56 Frühstückscerealien aus dem Einzelhandel, die in Hinblick auf ihre Zutaten und Nährwerte verglichen wurden. Ausgewählt wurden nur Produkte, die durch Abbildungen von Tier- oder Comicfiguren besonders Kinder als Zielgruppe ansprechen, so die AKOÖ. 

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Großteil im Mittelfeld 

Vergleicht man die Zusammensetzung der 56 Cerealien mittels Nutri-Score – einer 5-stufigen Farbskala mit den Buchstaben A bis E – zeigt sich:

  • 10 Produkte weisen eine insgesamt sehr günstige Nährwertbilanz auf (dunkelgrünes A).
  • 9 Produkte haben ein immerhin günstiges Nährwertprofil (hellgrünes B).
  • 33 Produkte haben einen mittel­mäßigen Wert (gelbes C).
  • 4 Produkte fallen in die vorletzte Kategorie (oranges D) und sollten nur sparsam verzehrt werden.

 

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Viel Zucker 

Auch, wenn viele der Produkte anhand der neuen Nutri-Score Kennzeichnung recht gut erscheinen, darf der Zuckergehalt nicht außer Acht gelassen werden. Vergleicht man die Produkte im Test mit Butterkeksen (durchschnittlicher Zuckergehalt von etwa 22,5 Gramm pro 100 Gramm) sind über 60 Prozent der Frühstücksflocken zuckerhaltiger. Dies verdeutlicht auch das Ampelsystem der britischen Lebensmittelbehörde Food Standard Agency (FSA). Danach wird der hohe Zuckergehalt mit rot signalisiert, obwohl die Nutri-Score Bewertung hellgrün (6 Produkte) beziehungsweise immerhin noch gelb (26 Produkte) ergibt, geben die Tester der AK zu bedenken. 

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Kein Mehrwert 

Ausgerechnet die stark zuckerhaltigen Produkte im Test suggerieren einen gesundheitlichen Zusatznutzen durch Anreicherung mit Vitaminen und/oder Mineralstoffen. Im Allgemeinen sind Kinder gut mit Nährstoffen versorgt. Sie brauchen daher keine Extraportion. 

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Nur noch wenige Produkte mit Palmöl 

Raffiniertes Palmöl kann im Vergleich zu anderen Pflanzenölen erhöhte Mengen an Fettschadstoffen enthalten. Es steht aufgrund ökologischer und sozialer Faktoren bekanntlich stark in Verruf. Die jahrelange Kritik der Konsumentenschützer:innen zeigt Wirkung: Palmöl ist nur noch in fünf getesteten Cerealien enthalten. Viele Produkte werben explizit damit „palmölfrei“ zu sein.

 

Tipp

  • Auch beim Nutri-Score ist ein Vergleich des Zuckergehaltes bei den Nährwertangaben ratsam, da dieser innerhalb einer Kategorie unterschiedlich ausfallen kann.
  • Frühstücksflocken mit gelbem C oder orangem D beziehungsweise hohem Zuckergehalt müssen nicht gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden. Allerdings sollten Sie nicht Bestandteil des täglichen Frühstücks sein.

 

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Infos zum Nutri-Score

 Nutri-Score




Immer häufiger entdeckt man auf Produkten das neue Nutri-Score Logo, das einen schnellen Vergleich der Nährwertqualität von Lebensmitteln ermöglichen soll, erklären die Tester der AKOÖ: „Grundlegend für die Bewertung ist das Verhältnis von „ungünstig“ zu „günstig“ eingestuften Nahrungselementen. Als „ungünstig“ gelten dabei der Gesamtzuckergehalt, gesättigte Fettsäuren, Natrium sowie der Energiegehalt. Günstig hingegen wirken sich Ballaststoffe, Proteine, Obst und Gemüse aus. Die genannten Komponenten werden miteinander verrechnet und als Gesamtergebnis anhand einer fünfstufigen Farbskala von dunkelgrün bis rot und noch zusätzlich mit den Buchstaben A (vorteilhafte Nährwertqualität) bis E (weniger vorteilhafte Nährwertqualität) präsentiert. Demnach trägt also ein grünes A eher zu einer gesunden Ernährung bei als ein rotes E.“

Mehr Informationen zum Nutri-Score finden Sie ebenfalls auf der Seiter der AKOÖ.

 

AKOÖ / Mag. Christian Boukal
August 2021


Bild: Africa Studio/shutterstock.com



Zuletzt aktualisiert am 27. August 2021