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Menstruation: Hochfrequenzstrom gegen zu starke Blutung

Menstruation: Hochfrequenzstrom gegen zu starke Blutung

Sehr starke Regelblutungen bezeichnen Ärzte als Hypermenorrhoe oder Menorrhagie. Sie liegen vor, wenn Frauen während der Menstruation mehr als 80 Milliliter Blut verlieren beziehungsweise die Regelblutung mehr als sieben Tage anhält. Das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Nutzen verschiedener Methoden zu deren Behandlung verglichen.

 

Ursachen für übermäßig starke und lang andauernde Menstruationsblutungen (Menorrhagie) gehören –eine der häufigsten Menstruationsbeschwerden – können gutartige Gewebebildungen im Muskelgewebe der Gebärmutterwand (Myome), Polypen oder eine Endometriose sein. Oft ist die Ursache aber auch unbekannt. 

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Hochfrequenzablation 

Bei einer „Hochfrequenzablation mit Netzelektrode“ wird bei Patientinnen mit Menorrhagie die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) durch hochfrequenten Strom verödet und abgetragen. Das soll die übermäßige Menstruationsblutung lindern. Die Vor- und Nachteile einer solchen Behandlung im Vergleich zu anderen in Deutschland gebräuchlichen Verfahren zur Abtragung (Ablation) der Gebärmutterschleimhaut – die Schlingenresektion und die Ballonablation – untersucht das IQWiG zurzeit in einer Nutzenbewertung. Die vorläufigen Ergebnisse des Vorberichts kann die Hochfrequenzablation manche belastenden Menstruationssymptome wirkungsvoller lindern als die Vergleichsverfahren. 

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Lindern von Symptomen und Beschwerden ist entscheidend 

Führen Medikamente nicht zu einer ausreichenden Linderung von Menstruationsblutungen oder spricht etwas gegen die verfügbaren Arzneimittel, kommt bei Frauen mit Menorrhagie ein operativer Eingriff infrage – wenn kein Kinderwunsch besteht. Dann wird entweder die gesamte Gebärmutter entfernt oder nur die Gebärmutterschleimhaut abgetragen (Ablation). 

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Abtragung der Schleimhaut 

Als Ablationsverfahren der 1. Generation gilt die Schlingenresektion, die häufig mit der Rollerballablation kombiniert und meist endoskopisch kontrolliert wird. Dabei wird die Gebärmutterschleimhaut mit chirurgischen Instrumenten entfernt. Die Hochfrequenzablation mit Netzelektrode und die Ablation mit Heißwasserballon (Ballonablation) gelten als Verfahren der 2. Generation und werden meist ohne endoskopische Kontrolle durchgeführt. 

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Vorteile der Hochfrequenzablation im Vergleich zur Schlingenresektion 

In zwei Studien wird die Wirkung einer Hochfrequenzablation verglichen mit der einer Schlingenresektion. Trotz gewisser Unsicherheit bezüglich der Zuteilung der Patientinnen zu den Behandlungsgruppen werden dennoch bei wichtigen Aspekten die Vorteile der Hochfrequenzablation deutlich: Unerwünschte Wirkungen, insbesondere Komplikationen während des Eingriffs, traten seltener auf und auch Regelschmerzen ließen sich durch eine Hochfrequenzablation häufiger beseitigen als durch eine Schlingenresektion mit Rollerballablation. Die Stärke der Menstruationsblutung mindern beide Verfahren ähnlich gut.

Für weitere Aspekte wie gesundheitsbezogene Lebensqualität liefern die Studien keine Daten. 

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Vorteile der Hochfrequenzablation, prämenstruelles Syndrom 

Vier Studien liefern Daten für den Vergleich der Hochfrequenzablation mit der Ballonablation und zeigen übereinstimmend, dass die Blutungsstärke nach einer Hochfrequenzablation deutlich abnimmt.

Auch ein prämenstruelles Syndrom, verstanden als komplexe körperliche und emotionale Beschwerden im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, ist nach einer Hochfrequenzablation demnach vergleichsweise weniger stark ausgeprägt. 

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Andere Aspekte nicht angezeigt 

Für andere Aspekte wie Regelschmerzen, depressive Symptome, postoperative Schmerzen, nochmalige Eingriffe, unerwünschte Ereignisse oder gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigte sich kein höherer oder Schaden der Hochfrequenzablation. In der Gesamtschau kommt das IQWiG zu einem Hinweis auf einen höheren Nutzen der Hochfrequenzablation gegenüber der Ballonablation.

 

IQWiG / Mag. Christian Boukal
August 2021


Bild: goffkein.pro/shutterstock.com



Zuletzt aktualisiert am 30. August 2021