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Stürze im Haushalt: Kleiner Ausrutscher, verheerende Folgen

Stürze im Haushalt: Kleiner Ausrutscher, verheerende Folgen

Treppen, Stolperfallen und vermeintliche Aufstiegshilfen: 214.000 Stürze im Haushalt endeten 2021 im Krankenhaus. Das zeigt die Unfalldatenbank Injury Database Austria des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV). Damit belegen Stürze Platz 1 der häufigsten Unfallarten in Österreich. Dabei könnten diese durch einfache Maßnahmen verhindert werden, so das KFV.  

Eine Sekunde Unachtsamkeit kann bereits einen Sturz verursachen – im Idealfall wird der Weg danach wieder ungehindert fortgesetzt. Doch nicht immer geht ein solcher Unfall glimpflich aus: „Unsere Statistik zeigt, dass sich im letzten Jahr rund 214.000 Personen bei einem Sturz im Haushalt derart schwer verletzten, dass eine Behandlung im Krankenhaus notwendig war. Die Folgen eines oft banal wirkenden Sturzunfalles sind in vielen Fällen insbesondere für ältere Menschen verheerend“, warnt Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV. 

Sturzgefahren 

Im Haushalt zählen laut KFV Stolperfallen und glatte Untergründe, Aufstiegshilfen wie Leitern und Treppen zu den Top-Gefahren. Unachtsamkeit und Hektik sind häufig der unmittelbare Auslöser für Sturzunfälle. Aufgrund der eingeschränkten Mobilität, verminderter Reaktionsfähigkeit und Sehbehinderungen sind vor allem ältere Personen einem höheren Sturzrisiko ausgesetzt. Das zeigt auch die Unfallstatistik: 56 Prozent aller Verletzten, die nach einem Sturz im Krankenhaus behandelt werden müssen, sind 65 Jahre alt und älter. Am häufigsten ist nach einem Sturzunfall das Handgelenk verletzt, gefolgt vom Fußgelenk, Oberschenkel und Unterarm. Die Verletzungen reichen von Knochenbrüchen bis hin zu Prellungen. „Es ist äußerst wichtig, sich dieser Haushaltsgefahren bewusst zu werden, um Verletzungen effektiv verhindern zu können“, betont Dr. Trauner-Karner.  

Stolperunfälle      

Österreichweit müssen jährlich rund 91.600 Personen aufgrund eines Sturzes durch Stolpern und 33.600 durch Ausrutschen im Krankenhaus behandelt werden. Dabei sind Nässe, glatte Fußböden, Teppiche und Bodenunebenheiten, beispielsweise Türschwellen oder Kabeln, die häufigsten Sturzquellen. „Zur Prävention dieser häuslichen Unfälle sollten etwaige Stolperfallen aus dem Weg geräumt werden. Kabel sollten möglichst nur entlang der Wände liegen und Teppiche bestenfalls mit Klebeband auf der Teppichrückseite am Boden fixiert werden. Mit dem Tragen eines rutschfesten Schuhwerkes wird der Rutschgefahr gezielt entgegengewirkt“, rät Dr. Trauner-Karner. 

Risikofaktor Treppenhaus 

Etwa alle 13 Minuten stürzt in Österreich eine Person auf einer Treppe derart schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden muss. Pro Jahr betrifft dies absolut betrachtet rund 40.900 Personen. Eine Erhebung des KFV zeigte, dass viele Unfälle verhindert werden könnten, wenn Treppenhäuser sicher ausgestattet wären. Vermietende sollten dringend darauf achten, dass Stiegenhäuser gewissen Prüf-, Kontroll- und Sicherheitspflichten entsprechen. Zur eigenen Sicherheit können die Bewohnerinnen und Bewohner bestimmte Vorkehrungen treffen: Unterschiedliche Stufenhöhen beziehungsweise Schwellen können beispielsweise mit Leuchtstreifen gekennzeichnet werden. 

Sicherheitsleitern  

Jährlich verletzen sich laut KFV in Österreich durchschnittlich 7.600 Personen im Zuge eines Leitersturzes im Haushalt derart schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Die meisten Leiterstürze passieren bei Instandhaltungsarbeiten von Heim und Garten, Tätigkeiten in der Küche beziehungsweise bei Reinigungsarbeiten und beim Heimwerken. Eine standfeste, rutschfeste und mit Zeichen für Geprüfte Sicherheit (GS) versehene Leiter könnte einige dieser Unfälle verhindern, so das KFV. Bestenfalls haben diese einen zusätzlichen Handlauf und Arbeitserleichterungen wie Ablagekörbe oder Haken. Steighilfen wie Stühle, Kisten, Tische oder auch Leitern ohne GS-Zeichen sind nicht zu empfehlen.

Wichtigsten Präventionsmaßnahmen im Überblick: 

•     Vermeiden Sie Stress und Hektik bei Tätigkeiten im Haushalt.

•     Unebene und nasse Böden erhöhen die Sturzgefahr maßgeblich – nutzen Sie rutschfeste Teppiche oder Fußmatten. Auch ein ordentliches Schuhwerk kann vor Stürzen schützen.

•     Halten Sie Laufwege frei.

•     Kennzeichnen Sie Schwellen und Stufen mit Leuchtstreifen.

•     Achten Sie als Vermietender darauf, dass Stiegenhäuser gewisse Prüf-, Kontroll- und Sicherheitspflichten erfüllen.

•     Sorgen Sie für ausreichend Beleuchtung. Nachts sind Lampen mit Bewegungsmeldern empfehlenswert.

•     Nutzen Sie standfeste, rutschfeste und mit GS-Zeichen gekennzeichnete Leitern. Von „Steighilfen“ wie Stühle, Kisten oder Tische wird dringend abgeraten.

•     Fit bleiben: Gewisse Gleichgewichts-, Koordinations- und Kraftübungen können das Sturzrisiko verringern.

 

Kuratorium für Verkehrssicherheit/ Cornelia Schobesberger 
Juni 2022

Bild: oegk_trittsicher_N4A7293_Yvonne Kreuzmayr

 

 

Zuletzt aktualisiert am 03. Juni 2022