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Schürfwunden – richtig versorgt

Schürfwunden – richtig versorgt

Gerade bei Kindern kann es schnell passieren: Ein Sturz – und die Haut ist an Knie oder Ellenbogen aufgeschürft und blutet. Schürfwunden sind zwar schmerzhaft, aber meist ungefährlich. Dennoch sollten sie richtig versorgt werden, damit sie sich nicht entzünden und keine unschönen Narben zurückbleiben.

Während Schürfwunden bei Kindern häufig beim Spielen entstehen, resultieren sie bei Erwachsenen oft aus Stürzen beim Sport oder anderen Freizeitaktivitäten. Die meisten Schürfwunden entstehen an den Knien, Ellbogen oder Händen, weil diese Körperteile zum Abfangen eines Sturzes dienen.

Vorsichtig reinigen

Von Schürfwunden spricht man bei einer oberflächlichen Verletzung der Oberhaut, der sogenannten Epidermis. Sie nässen, bluten und verursachen meist vergleichsweise starke brennende Schmerzen. Kleinere Schürfwunden kann man zunächst ruhig etwas bluten lassen. Der Körper hilft sich damit selbst, indem er mit dem Blut schädliche Keime und Schmutz aus der Wunde spült. Stark verschmutzte Wunden, in die beispielsweise Staub, Sand oder kleine Steinchen eingedrungen sind, sollten allerdings vorsichtig gereinigt werden. Kleine Steinchen können mit einer sauberen Pinzette entfernt werden. Ansonsten empfiehlt es sich, die Wunde unter laufendem kühlen Wasser ohne Reiben vorsichtig auszuspülen.

Desinfektionsmittel

Insbesondere stark verschmutzte Wunden sollte man nach der Reinigung mit einem Wunddesinfektionsmittel behandeln. Bei kleineren Wunden, die in weniger schmutzbelasteter Umgebung entstanden sind, kann man darauf verzichten, denn die natürliche Hautabwehr kommt in der Regel mit einer begrenzten Menge fremder Keime gut selbst klar.

Kruste nicht ablösen

Kleine, nicht nässende Schürfwunden trocknen und heilen am besten an der Luft. Reibt Kleidung an der Wunde, sollte man sie mit einem luftdurchlässigen Pflaster oder einer Mullbinde schützen. Kleinere Schürfwunden heilen so normalerweise innerhalb von zwei Wochen von allein ab. Während des Heilungsprozesses sollte man die Wunde am besten in Ruhe lassen und auf keinen Fall die sich bildende Wundkruste ablösen. Man riskiert dadurch eine neue Verletzung und unschöne Narben. Ob sich eine Narbe bildet, hängt in erster Linie von der Tiefe der Wunde ab. Aber auch genetische Voraussetzungen beeinflussen die Wundheilung.

Grundsätzlich gilt: Erst die Wunde heilen lassen und abwarten, ob sich eine Narbe zeigt. Eine Narbe erreicht ihr endgültiges Aussehen erst ungefähr nach einem Jahr. Man kann in dieser Zeit mit speziellen Narbensalben versuchen, das Aussehen der Vernarbung zu verbessern.

Tetanus-Impfung schützt

Nässt die Wunde in Verbindung mit Rötung und anhaltenden Schmerzen über längere Zeit, ist dies ein Zeichen für eine Entzündung durch Wundinfektion. Spätestens dann oder wenn die Wunde zu eitern beginnt, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Um einer Wundinfektionen durch die bakterielle Infektionskrankheit Tetanus vorzubeugen, empfiehlt sich grundsätzlich die Impfung dagegen. Unbehandelt kann Tetanus tödlich enden. Deshalb sollte der Tetanus-Schutz regelmäßig geprüft und gegebenenfalls durch eine Impfung aufgefrischt werden. Spätestens unmittelbar nach einer Verletzung sollte sich impfen lassen, wer keinen wirksamen Impfschutz hat.

 

Barmer/Red.
September 2022


Bild: cunaplus/shutterstock.com



Zuletzt aktualisiert am 05. September 2022