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Vollkorn-Spaghetti: Gute Testergebnisse für Bio-Produkte

Vollkorn-Spaghetti: Gute Testergebnisse für Bio-Produkte

Nudeln aus Vollkorngetreide sind besonders ballaststoffreich und gelten daher als besonders gesund. Getreideprodukte können allerdings auch Schimmelpilzgifte und Pestizid-Rückstände enthalten. Grund genug, dass die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich (AKOÖ) die Lebensmittel einem Test unterzogen. 

Neun Produkte nahmen die Konsumentenschützer in einer aktuellen Untersuchung unter die Lupe und testeten Vollkorn-Spaghetti auf Schimmelpilzgifte und Rückstände von Pestiziden. Das Ergebnis: In konventionellen Produkten wurde beides gefunden, in Bio-Spaghetti dagegen weder Gifte von Schimmelpilzen noch Pestizide. Erlaubte Grenzwerte wurden aber bei keinem der getesteten Produkte überschritten. 

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Neun Produkte im Test 

Die neun Vollkorn-Spaghetti-Produkte hat der oberösterreichische Konsumentenschutz im Labor der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) untersuchen lassen. Fünf davon waren Bio-Produkte, vier aus konventioneller Produktion. Bei keinem der Produkte wurden die gesetzlich erlaubten Höchstgehalte überschritten. Allerdings wurden in den Vollkornspaghetti eines großen österreichischen Herstellers Rückstände von gleich drei unterschiedlichen Pestiziden festgestellt. Zusätzlich war dieses Produkt mit einem Gift von Schimmelpilzen belastet. Auch in den Produkten einer deutsch/italienischen Handelskette wurde dieses Gift – Deoxynivalenol – festgestellt. 

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Wie gefährlich Schimmelpilzgift Deoxynivalenol ist 

Deoxynivalenol kann ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier darstellen. Beim Menschen können belastete Lebensmittel Magenschmerzen, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Hustenreiz, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen, so die Konsumentenschützer. Bei langfristiger Aufnahme können auch chronische Gesundheitsschäden hervorgerufen werden. Bei Tieren, die mit belastetem Getreide gefüttert werden, können Futterverweigerung, Erbrechen, Durchfall oder Wachstumsdepression auftreten. 

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Pestizide in österreichischen Produkten 

Vier der Produkte wurden laut Hersteller in Italien, drei in Österreich hergestellt. Das getestete Produkt des bekanntesten österreichischen Diskonters stammt aus der EU, dasjenige eines deutschen Diskonters aus europäischen und nicht-europäischen Ländern. Pestizide-Rückstände wurden in drei Produkten gefunden und zwar in jenen, in den auch das Schimmelpilzgift festgestellt wurde. In den Vollkorn Spaghetti, das mit „100 % Österreich“ beworben wird, wurden allerdings Rückstände von gleich drei Pestiziden gefunden, darunter das für Bienen sehr giftige Pirimiphos-methyl. 

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Bio-Produkte frei von Pestiziden 

Zwar halten die Tester fest, dass alle festgestellten Pestizid-Rückstände unterhalb zulässiger Grenzen liegen. Dennoch fiel ihnen auf, dass alle fünf Bio-Produkte auch im Labortest nachweislich frei von Pestiziden sind. Dies gilt auch für die Vollkorn Spaghetti des bekanntesten italienischen Herstellers, das als einziges nicht Bio-Produkt weder Schimmelpilzgift noch Pestizide aufweist. Damit zeigen sechs der neun Hersteller, dass Vollkorn-Spaghetti auch ohne ungewollte Rückstände produziert werden können, so die AKOÖ. 

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Gute Qualität auch um wenig Geld 

Das teuerste Produkt im Test kostete 2,49 Euro pro 500 g Nudeln, das günstigste 79 Cent. In den günstigen Bio-Produkten der beiden Diskonter, die für 99 Cent zu haben sind, wurden weder Schimmelpilze noch Pestizide gefunden.

 

Die gesamten Testergebnisse können auf der Seite der AKOÖ nachgelesen werden.

 

AKOÖ / Mag. Christian Boukal
September 2021


Bild: HandmadePictures/shutterstock.com




Zuletzt aktualisiert am 08. September 2021