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Fahrrad auf der Straße

Radunfälle deutlich gestiegen

Mehr als 30.000 Radfahrer:innen verletzen sich jährlich so schwer, dass sie sich im Krankenhaus behandeln lassen müssen. Rechnet man nur die polizeilich gemeldeten Unfälle sind dies rund 8.500 verletzte Personen pro Jahr. Damit ist das Risiko in Österreich einen Radunfall zu haben doppelt so hoch wie in manch anderen Ländern. Gezielte Maßnahmen können die Zahl der Unfälle senken, so das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). 

Radfahren boomt – immer mehr Radfahrer:innnen sind auf Österreichs Straßen unterwegs. Durch die Corona- sowie die Klima-Krise wurde diese Entwicklung noch zunehmend verstärkt. Das zeigt sich jedoch auch in den Unfallzahlen.

Mehr als 30.000 Radfahrer:innen verletzen sich jährlich so schwer, dass eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich ist. Allein im Jahr 2020 verunglückten 40 Radfahrende tödlich, davon war jede:r Zweite zum Unfallzeitpunkt mit dem E-Bike unterwegs. „Radfahren ist gesund und gerade in Zeiten der Klimakrise sehr zu begrüßen, es muss jedoch noch viel getan werden, um die Radinfrastruktur möglichst sicher zu gestalten und dem Boom gerecht zu werden.

Denn gemessen am Unfallrisiko ist Radfahren hierzulande sogar risikoreicher als Motorradfahren und auch deutlich gefährlicher als Autofahren“, betont Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter der Verkehrssicherheitsforschung im KFV. „Im europäischen Vergleich liegt Österreich in punkto Radsicherheit weit hinten: Radfahren ist hier doppelt so gefährlich wie in anderen europäischen Ländern, etwa Norwegen, Niederlande, Schweden, Dänemark, Deutschland und der Schweiz.“ 

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Infrastruktur für Radverkehr muss verbessert werden 

Während die Zahl der verunglückten Verkehrsteilnehmer:innen in den letzten Jahren (2012 – 2020) insgesamt um 28 Prozent zurückgegangen ist, ist die Zahl der verunglückten Radfahrer:innen um 42 Prozent angestiegen. „Dass die Zahl der verunglückten Radfahrer deutlich zugenommen hat, ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass immer mehr Radfahrer unterwegs sind, sondern auch darauf, dass die Radverkehrsinfrastruktur großes Verbesserungspotenzial hat. Wir benötigen eine verbesserte Radinfrastruktur – zum Beispiel ausreichend breite Radfahranlagen und die Entschärfung von Kreuzungssituationen, gesetzliche Änderungen wie die Etablierung eines Mindestüberholabstands von 1,5 Metern sowie auch verstärkte Bewusstseinsbildung“, betont Robatsch.

 

KFV / Mag. Christian Boukal
November 2021


Bild: Diego Cervo/shutterstock.com



Zuletzt aktualisiert am 10. November 2021