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Cool durch den Sommer

Cool durch den Sommer

Die Stromkosten steigen und das Klimagerät wird damit immer teurer – für die Geldbörse und für die Umwelt. Rollos runter und konsequentes Lüften in der Nacht hilft − und im Notfall lieber einen Ventilator anschaffen als ein Klimagerät! Diesen und einige andere Tipps für den Sommer gibt DIE UMWELTBERATUNG. 

Um die Hitze draußen zu lassen, helfen ganz einfache Maßnahmen: bei Tag die Rollos runterziehen, Fenster schließen und in der Nacht, wenn es draußen kühler ist als drinnen, quer durch die Wohnung gut durchziehen lassen. „Wenn aber bei Hitzewellen trotz allem die heiße Luft im Raum steht, ist es besser, sich nicht zum Kauf eines Klimagerätes verleiten zu lassen und den Luftschlauch der Anlage beim gekippten Fenster rauszuhängen, sondern einen Ventilator anzuschaffen“, rät Energieberater Claus Hollweck von DIE UMWELTBERATUNG.  

Vorteile von Ventilatoren

Der Ventilator verbraucht nur einen Bruchteil der Energie, die eine Klimagerät verbraucht. Er sorgt dafür, dass die Hitze im Raum nicht steht. Die Luft, die an der Haut vorbeistreicht, bewirkt, dass sich dieselbe Temperatur kühler anfühlt. Ein weiterer großer Vorteil: Ventilatoren heizen nicht wie Klimageräte die Umgebungsluft vor dem Fenster noch stärker auf. Es gibt auch Ventilatoren, die Wasser versprühen. Durch die Verdunstung wird der Luft Wärme entzogen, die Raumluft fühlt sich weniger heiß an.  

Stromfresser Klimageräte

Es gibt zwei verschiedene Arten von Klimageräten, die im Raum aufgestellt werden − sogenannte mobile Klimageräte (auch Monoblockgeräte oder Kompaktanlagen) und Splitgeräte. Bei mobilen Klimageräten wird die warme Luft im Regelfall mit einem Schlauch zum Beispiel durch ein gekipptes Fenster abgeleitet. Diese Geräte sind in der Anschaffung günstiger als Splitgeräte, aber im Betrieb ineffizient, da sie die Wärme nur schlecht ableiten können.

Splitgeräte sind fix verbaut und bestehen aus zwei Teilen, die miteinander verbunden sind: Ein Wärmetauscher ist im Raum montiert und ein Kompressor an der Außenseite des Gebäudes. In der Anschaffung sind Splitgeräte teurer als mobile Klimageräte, aber im Betrieb deutlich stromsparender. Für den Einbau dieser Geräte ist Fachpersonal notwendig.
 

Cool durch den Sommer









Ein Rechenbeispiel

  • Ein mobiles Klimagerät zur Kühlung eines Wohnzimmers (ca. 25m²) hat eine elektrische Leistung von durchschnittlich 1 kW. Ist die Anlage also acht Stunden in Betrieb, verbraucht man 8,0 kWh Strom. Bei derzeitigen Strompreisen  und das pro Betriebstag etwa 2,80 €. Bei 60 heißen Tagen mit je acht Betriebsstunden wären das rund 170 € zusätzliche Stromkosten pro Sommer. Die Energiekosten bei einem Splitgerät sind um etwa 40-50 Prozent geringer, sie liegen also bei etwa 90 € pro Sommer.
  • Ventilatoren brauchen im Durchschnitt um etwa 95 Prozent weniger Strom als ein mobiles Klimagerät. Die Energiekosten für einen Ventilator betragen durchschnittlich 7 € pro Sommer, wenn er an 60 Tagen läuft.


Begrünte Gebäude sind cooler

Der Sommer ist ein guter Zeitpunkt, um längerfristige Begrünungsmaßnahmen zu planen. Dach-, Fassaden- und Innenhofbegrünungen kühlen nicht nur den Außenraum, sondern können auch zur Kühlung von Innenräumen um mehrere Grad beitragen. Die Errichtungskosten dieser Begrünungsmaßnahmen werden häufig von der öffentlichen Hand gefördert.
 

Gutes für den Körper

Leichte Kost mit viel Gemüse essen und reichlich Wasser trinken, tut im Sommer gut. Wasser hilft nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich: ein feuchtes Tuch in den Nacken legen, ein kühles Fußbad nehmen, die Armbeugen in kaltes Wasser tauchen und lauwarm duschen. Im Raum aufgehängte feuchte Tücher oder die Wäsche am Wäscheständer sorgen für angenehmere Luft, weil die Verdunstung der Luft Wärme entzieht.
 

Vorteilhaft kleiden

Das Material der Kleidung ist im Sommer nicht egal. Kleidung aus Naturfasern ist wesentlich luftiger als solche aus Kunstfasern. Besonders angenehm auf der Haut ist Leinen. Hingegen kann Kleidung aus synthetischen Fasern im Sommer einen Hitzestau verursachen. Man schwitzt noch stärker und der Schweiß bleibt am Körper, da Polyester kaum Feuchtigkeit aufnehmen kann. Der Schweiß wird dort von Bakterien zersetzt, das führt zu unangenehmen Gerüchen.

 

DIE UMWELTBERATUNG/ Red.
Juni 2022


Bilder: wavebreakmedia/Jenny Sturm/shutterstock.com




Zuletzt aktualisiert am 17. Juni 2022