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Mann trägt eine Frau auf dem Rücken

Unbekannte Gefahr Chlamydien

Eine Infektion mit Chlamydien zählt zu den weltweit häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Eine Ansteckung kann zu weitreichenden gesundheitlichen Problemen führen – vor allem für Frauen. Für sie kann Unfruchtbarkeit die Folge sein.

In Österreich erkranken pro Jahr schätzungsweise rund 50.000 Menschen an einer Chlamydien-Infektion. Die Dunkelziffer dürfte allerdings noch deutlich darüber liegen, denn die Infektion kann völlig symptomlos verlaufen. Laut dem deutschen Berufsverband der Gynäkologen sind Chlamydien die häufigste Ursache für eine nicht-angeborene Kinderlosigkeit. Dennoch sind sie weitgehend unbekannt. Viele Infizierte bemerken keine Beschwerden, und lassen sich deshalb auch nicht behandeln. Das Risiko einer Weiterverbreitung ist daher sehr hoch.

Ungeschützter Sexualkontakt

Die Bakterien werden durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen und können sich an verschiedenen Stellen des Körpers ansiedeln. Dazu gehören beispielsweise die Augen, der Gebärmutterhals, der Enddarm und After oder die Harnröhre. Falls Symptome auftreten, kann das ein bis drei Wochen nach dem sexuellen Kontakt – allerdings auch deutlich später – der Fall sein. Es handelt sich dann beispielsweise um einen ungewöhnlichen Ausfluss aus der Scheide oder dem Penis, oder auch um Schmerzen beim Wasserlassen. Bei Frauen kann es zudem zu Zwischenblutungen oder Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr kommen, bei Männern zu einer schmerzhaften Schwellung der Hoden.

Sofort zum Arzt

Wer einen Verdacht auf eine Infektion mit Chlamydien hat, sollte sich immer ärztlich untersuchen lassen. Werden Chlamydien nicht behandelt, kann das weitreichende Folgen haben. Bei Männer kann es zu einer Nebenhoden- oder auch Prostataentzündung kommen. Bleibt eine Chlamydien-Infektion unentdeckt und wird sie nicht behandelt, kann sogar die männliche Fortpflanzungsfähigkeit Schaden nehmen. Frauen können unter anderem schmerzhafte Entzündungen im Beckenbereich entwickeln. Die Chlamydien-Infektion kann aber auch zu Eileiter- und Gebärmutterentzündungen, chronischen Unterbauchschmerzen und zu Unfruchtbarkeit führen.

Übertragung auf das Baby

Bei Schwangeren kann es zu Komplikationen noch während der Schwangerschaft kommen. Außerdem können Schwangere, die an einer Chlamydien-Infektion erkranken, die Bakterien während der Geburt auf ihr Baby übertragen. Dieses kann dann an einer gefährlichen Lungenentzündung erkranken oder eine Augenentzündung entwickeln. Weil die Folgen einer Chlamydien-Infektion so weitreichend sind, werden Schwangere im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung auf Chlamydien untersucht.

Gut therapierbar

Eine Chlamydien-Infektion kann, wenn sie frühzeitig entdeckt wird, gut therapiert werden und heilt in der Regel vollständig aus. Behandelt wird sie mit Antibiotika, mit deren Hilfe man innerhalb von einigen Wochen wieder beschwerdefrei wird. Wichtig ist, dass der Sexualpartner in dieser Zeit mitbehandelt wird. Vorbeugend schützt man sich gegen eine Ansteckung mit Chlamydien am besten mit „Safer Sex“, also dem korrekten Gebrauch von Kondomen.


Barmer/ Red.
Juli 2022
Bild: Kzenon/Shutterstock.com

Zuletzt aktualisiert am 06. Juli 2022