Sport als Hilfe bei Depressionen?

Regelmäßige Bewegung kann Depression lindern und ist ähnlich effektiv wie Psychotherapie oder Antidepressiva.

Ob Sport bei Depression helfen kann, wurde bereits in etlichen Studien untersucht. Das unabhängige Forschungsnetzwerk Cochrane hat in einer Übersichtsarbeit alle diese Studien zusammengefasst. Die etwa 2.200 Teilnehmenden der Studien machten Ausdauer- oder Krafttraining oder eine Kombination von beidem, und zwar zehn Tage bis zu etwa einem halben Jahr lang. Vor und nach der Bewegung notierten sie in einem standardisierten Fragebogen ihr Befinden anhand eines Punkte-Scores: Null Punkte bedeuteten keine Depression, 63 eine schwerstmögliche. Für eine spürbare Besserung müsste der Score um mindestens fünf Punkten steigen. Mit Bewegung besserten sich die Beschwerden um durchschnittlich 7,4 Punkte – also spürbar. Das macht Bewegung ähnlich effektiv wie Psychotherapie und Antidepressiva. Zumindest bei leichter bis mittelschwerer Depression. Bewegung kann hier also ein ergänzender Bestandteil der Behandlung sein. Ob sie auch bei schweren Depressionen hilft, lässt sich aus den bisherigen Studien jedoch nicht ableiten. Ebenso unklar ist, ob Sport alleine oder in der Gruppe wirksamer ist, drinnen oder draußen.

Der unabhängige Faktencheck erscheint in Kooperation mit der ÖGK.

 

Mehr zum Thema: medizin-transparent.at


Foto: Unsplash by GettyImages
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