So mach ich Meter!

Wandern, Laufen oder Radfahren: Meter lassen sich auf vielfältige Weise sammeln!
In MEINE GESUNDHEIT verraten drei aktive Menschen aus Österreich, wie sie in Bewegung kommen – und wie gut das Körper und Psyche tut.

 

MEINE BEWEGUNG
Margrit Tamegger, 51
Kärnten

„Schritt für Schritt zu Wohlbefinden“

„Ich habe 2013 mit dem Wandern begonnen – als es mir gesundheitlich schlecht ging“, erinnert sich Margrit Tamegger. Die Diagnose „Hashimoto“ – eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift – sollte erst später gestellt werden, doch schon die ersten kleinen Wanderrunden linderten die Beschwerden der heute 51-Jährigen. „Ich habe schnell gemerkt, dass Wandern mich entspannt und mir Energie gibt. Mittlerweile sind zehn Kilometer pro Tag mein Ziel“, so die Polizistin. Das gelingt mit kleinen Runden an Arbeitstagen – und ausgedehnten Touren an den freien. „Meine Söhne sind schon groß, so habe ich wieder mehr Zeit.“ Und Zeit benötigt man, dauern doch die Wald- und Bergtouren oft mehrere Stunden. „Es ist ein zeitaufwendiges Hobby – aber Zeit, die man gut nutzt“, sagt die zweifache Mutter. „Schritt für Schritt wird der Kopf frei und die Muskeln kräftiger.“ Heute fühlt sich die Kärntnerin rundum fit – dank Wandertouren durch ihr Bundesland und darüber hinaus. „Ich nutze die Nähe zu Slowenien und Italien“, sagt sie und zählt Gipfel wie Monte Re, Vertatscha oder Raibler Seekopf auf. In der Heimat fehlt ihr noch der Mittagskogel – ein nächstes großes Ziel. Was Margrit besonders freut? „Dass mein Mann Günter mich mittlerweile auf den kleinen Runden begleitet!“

Mein Tipp: „Einfach ausprobieren – zum Wandern braucht man bis auf die Grundausstattung nicht viel!“


MEINE BEWEGUNG
Hüseyin Seiler, 58
Wien

„Aller Anfang ist leicht!“

„Beim Radfahren sieht man die Welt mit anderen Augen, anders als im Auto oder im Zug“, sagt Hüseyin Seiler und lächelt. „Man lernt Land, Landschaft und oft auch Leute hautnah kennen.“ Die Leidenschaft fürs Fahrrad hat er vor zwei Jahren entdeckt, motiviert durch einen langjährigen Freund. „Ich habe mit einem E-Bike begonnen, das hat den Einstieg erleichtert“, erzählt der 58-Jährige. Nun fährt der Antiquitätenverkäufer mit einem Trekkingbike – und legt Meter um Meter rein mit eigener Muskelkraft zurück. Zwei bis drei Mal pro Woche geht es auf Tour durch die Stadt: „Nach der Arbeit tut der Ausgleich gut, und Wien bietet viele Möglichkeiten. Am liebsten fahre ich auf der Donauinsel“, so der Wiener. 30 bis 40 Kilometer pro Ausflug kommen so zusammen – ein gutes Training für längere Fahrradtouren mit seinem Bekannten. „Letztes Jahr ging es 550 Kilometer quer durch Polen bis zur Danziger Bucht“, erzählt Hüseyin stolz. Dass das einmal möglich sein würde, hätte er nicht gedacht. „Ich habe mir vor acht Jahren bei einem Sturz eine Wirbelverletzung zugezogen, die starke Schmerzen verursacht.“ Seit er regelmäßig in die Pedale tritt, fühlt er sich jedoch viel besser: „Es tut meinem Rücken und meinen Beinen gut!“ Und heuer? „Geht es auf eine Tour ins Gebirge!“

Mein Tipp: „Es ist nie zu spät, um zu starten“, rät Hüseyin Seiler. „Mir hat das E-Bike geholfen,


MEINE BEWEGUNG
Philipp Lay, 26
Oberösterreich

„Erst laufen, dann plaudern!“

Es ist ein kalter Tag in Linz. Gerade hat es noch geschneit, nun pfeift der Wind durch die oberösterreichische Landeshauptstadt. Doch für eine Gruppe von Hobby-Läuferinnen und -Läufern gilt das Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung!“ In mehrere Schichten eingepackt, wärmen sie sich auf, dann geht es durch die Stadt – regelmäßig zwei Mal im Monat. Mitten unter ihnen ist Philipp Lay: „Ich bin für mein Studium nach Linz gezogen und war beim Social Run, dem Laufen in Gemeinschaft, von Anfang an dabei“, erklärt der 26-Jährige. „Für mich war das eine perfekte Gelegenheit, um Menschen kennenzulernen, mit denen ich gemeinsam aktiv sein kann!“ Ein Plan, der aufging, denn heute hat Philipp einen großen Freundeskreis, der über das Laufen hinausgeht. „Das ist das Ziel unseres Laufclubs Howwasyourday“, sagt Gründerin Jennifer Burs, die die Idee vor zwei Jahren von einem Aufenthalt in Kalifornien mitbrachte. Die zwei Komponenten: erst laufen, dann fröhlicher Austausch bei Kaffee und Kuchen. In Linz fiel das Konzept auf fruchtbaren Boden: „Ich habe beim ersten Lauf mit 15 Teilnehmenden gerechnet, gekommen sind 50!“ Philipp hat mit der Gruppe inzwischen auch die Freude am Laufen entdeckt: „Ich habe mich schon für den Halbmarathon im Frühling angemeldet“, so der gebürtige Deutsche.

Mein Tipp: „Bei uns sind alle willkommen“, betont Jennifer. Alle Infos unter: howwasyourdayclub.com


TEXT Claudia Drees  FOTOS Stefan Diesner

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